Full text: Volume (Bd. 6 (1848))

288 Zur Lehre von d. Wirkungen des Prozesses auf das materielle Recht.
Dieses von der Veränderung des Prozesses durch das ca-
nonische Recht im Allgemeinen. Nun im Einzelnen mit der
Rücksicht der Aptirung durch deutsche Reichsgesetze.

8. 11.
System des Angriffs.
System der Vertheidigung.
Da die Partheien in der Regel sich schriftlich erklären
müssen, bis auf die Bagatellsachen, Alimentssachen, Baustreitig-
keiten, Prozesse zwischen Eltern und Kindern, Ehesachen, Rech-
nungssachen und in Sachen der Gefahr auf Verzug; so trit hier
die objective und subjective Bedeutung des Rechtsstreits die
quaestio M-is schon durch die schriftlich geordnete Zusam-
inenstellung des Rechtsstreits bestimmt genug hervor. Wenn
man daher auch im Allgemeinen gewisse Rechtsregeln über die
«adern quaestio geben kann, so darf man sich doch im
neueren und canonischen Geiste nicht immer ganz strenge an
die Worte der römischen Rechtsquellen / welche überall eine
formelle Voraussetzung zur Basis haben, halten, sondern
muß die concreten Fälle wegen ihrer casuistisch materiel-
len Richtung erwägen, und zwar
a) können nach dem canonischeü Rechte Besitz- und Rechts,
klagen verbunden werden, so daß wenn über das Recht gespro-
chen ist, zugleich auch über den Besitz gesprochen ist;
I)) die Klagen selbst können im neueren Rechte, soweit sie
neben einander anzustellen sind, cumulirt werden;
o) dasjenige, was als Legitimations - oder präjudicieller
Punkt gilt, erscheint manchmal als wesentlich für alle Verhält-
nisse, manchmal nur als Voraussetzung für eine vorüber-
gehende Rechtsfrage, z. B. Alimente auf eine gewisse Zeit").

17) Es ist möglich, daß wegen einer Alimentsklage der präjudicielle
Punkt der' Filiation untersucht wird Allein dieser Legitimations-
punkt gilt dann nicht als Principalpunkt für die Verwandtschaft
selbst, obgleich die quaestio statos für alle Familienglieder gilt.
Savigny VI. S. 472. Die Juristen in der ersten Periode unse-
rer Dogmengeschichte hatten noch ein formelles Anzeigen; wenn
nämlich nur die bei Alimentssachen angenommene soiniploua pro-
batio (siehe darüber der §. 12) auch über diesen Jnsidentpunkt
ausgedehnt war, so gilt er schon der fehlenden probatio plenu
wegen, als im allgemeinen für den statos nicht entscheidend.
Cynus ad. 1. 10. I). de bis, qui sui, 1. 6.

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