Full text: Volume (Bd. 6 (1848))

248 Heber das Pfandrecht nach römischer und germanischer Form.
2) bei der traditio als pignus und wurde geltend ge-
macht durch die actio pignoratitia, wobei auch eine Menge
Nebenpacte geschloffen wurden do distrahendo vel non di-
strahendo pignore — commissoriam,
3) ohne mancipatio und traditio durch einfache Anwei-
sung hypotheca,
b) Leicht erklärlich ist es, daß das Pfandrecht nur auf
dem letzteren Wege zu einer selbstständigen Entwickelung kam,
als Anweisung des ganzen Vermögens zur Sicherheit, als
Ausdehnung auf künftige Sachen, als Verpfändung der Ser-
vituten und nomina, (Eine andere Ansicht hat freilich jetzt
Bachofen.)
c) Allerdings aber hat man immer unterscheiden müssen,
ob die verpfändete Sache auch aus den Händen eines dritten
abgeholt werden könne, wobei man, wenn der Verpfänder die
Sache in bonis hatte oder auch nur b. f. possessionem die
serviana utilis gebrauchte, oder ob jenes der Fall nicht war,
wie bei der Verpfändung der nomina wo nur die Hauptklage
als utilis gegen den Schuldner vom Pfandgläubiger geltend
gemacht wurde. Noch streitet man sich darüber, ob auch die
letztere Klage zur formula hypothecaria gehört habe oder nicht.
Aber soviel ist gewiß, daß bei dieser Klage kein Unterschied
gemacht wurde zwischen pignus und hypotheca, woraus es
zuletzt kam, daß als der Mancipationsaetus verschwunden war,
man das Hypothekensystem als ein allgemeines Pfandspstem
ansah: natürlich in einem ganz andern Standpunkte, als wel-
chen die Germanisten von der Verschuldung des Liegenschafts-
Vermögens haben.
8. 7.
Schluß.
Man hat in der neuesten Zeit die Ansicht aufgestellt, daß
das System der deutschen Hypotheken auf der Publicität und
Specialität ruhe, aber sonst vom römischen System nicht ver-
schieden sey. Dieses ist offenbar falsch. Das germanische Sy-
stem bezieht sich nur auf Liegenschaften, und erhebt diese zu
Ncchtösubjecten. Die Verflichtung einer Liegenschaft in gehö-
riger Form ist die Hypothek. Die neueren Gesetzgeber haben
auf diesen Punkt besonders zu achten.

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