Full text: Volume (Bd. 6 (1848))

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lieber die I 22. tz. 1. Cod. 6. 30.

gewisser Rechtssätze nicht zeigt, oder wenn sie luftige Cvnjec-
tnren baut. Leider pflegen viel mehrere Theoretiker die ver-
fehlte, wie die wahre Rechtögeschichte.
Wenn nun aber die gedachten Formen der Erbantretung
nichts als Antretung unter einer Bedingung waren, d. h. wenn
derjenige, der die Dcliberation gesucht hat, und ohne Erklärung
in der bestimmten Zeit bleibt, angetreten hat, weil er schon
nrsprünglich bedingt, d. h. unter dem Vorbehalte sich zu be-
denken und zu abstiniren angetretcn hat, so, daß weil er
in der gehörigen Zeit nicht repudiirt, er angetreten hat —
wenn ebenso derjenige, der unter dem inventario antrit, be-
dingt antrat, d. h. wenn die Erbschaft zureichen wird, widri-
genfalls er ipso facto ausgeschlagen hat, so ist Alles klar.
Derjenige, der in 3 Monaten pure ansschlägt, hat nicht be-
dingt angetreten und nicht bedingt ausgeschlagen, fällt in dem
ersten Falle nicht in das Präjudiz, und hat iin anderen Falle
nicht die Mühseligkeiten der provisorischen Antretung, die ihm
nichts hilft, vielmehr sogar Kosten und Zeitvcrschwendung be-
reiten kann.
In diesem Sinne hat Justini an constituirt, und so
konnte auch mit gutem Grund Mühlenbruch seine frühere
Meinung zurücknehmen. Diejenigen, welche unsre Meinung
haben, wollen nur nicht unseren Grund zugeben, daß die Erb-
schaftserklärung sub deliberatione vel inventario eine be-
dingte sep, weil dereinst im alten Civilrechte bedingte Erklä-
rungen hier nicht zugelassen wurden.

Dazu kommt die Lehre von den Transmissionsfällen. Der
Prätor ließ die transmissarii zu, wie wenn ihr Erblasser be-
dingt angctreten hätte, er gab ihnen die b. pio, namentlich
a) wenn der Vater für sein Kind antreten wollte, aber
vor dessen Tode nicht augetreten hat;
b) wenn ein reipublicac causa Abwesender nicht ange-
treten hat, aber sein procurator für ihn sich erklärte;
e) wenn, soferne ein postumus zu erwarten war, der
institutus die b. p. suchte, oder
d) wenn der suus vor der Abstinenz die Deliberatio»
erbat.

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