Full text: Abhandlungen civilistischen und criminalistischen Inhalts (Bd. 6 (1848))

Etwas zur b. pio.

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fällt die b. pio contra tabulas zusammen, im andern Falle
nicht. Aber gerade hier sind die emancipati und andere Be-
rechtigte so geordnet, daß sie die heredes tutamentarios aus-
schließen, denn sie -sind Jntestat- Erben mit dem Rechte der
Notherbschaft.
3) Bei der b. pio secundum tabulas *) gelten folgende
Fälle, wo der b. por ebenfalls unmittelbar eintritt und der
Ausschluß des possessor durch einen heres nicht möglich ist,
a) wenn der postumus, auch wenn der suus wegfällt,
und namentlich der letzte die Erbschaft gar nicht erwerben konnte,
ß) wenn der emancipatus, der weder rite institutus
noch rite exheredatus ist, sich leichter durch die b. pio se-
cundum tabulas helfen kann, soferne er etwa durch eine ca-
suelle Bedingung eingesetzt ist;
y) bei der bedingten Einsetzung eines extraneus;
8) wer ein Testament errichtet, der später capite demi-
nuirt wird, aber wieder restituirt ist, auch der prodigus und
furiosus, der restituirt ist, endlich bei zweien Testamenten, de-
ren Alter man nicht kennt, bei den substitutis, die in einer
gemeinsamen Gefahr um das Leben kommen, wird die b. pio
sec. tabulas gegeben 3 4 5);
e) bei dem postumus extraneus *), ex decreto.
Allein ganz anders steht die Sache, wenn wir die Wirk-
ung des eivilrechtlichen und prätorischen Systems in anderen
Punkten aufsuchen. Der Prätor konnte nämlich unmittelbar
am Erbrechte nichts ändern, sondern nur durch Restitutionen
helfen, oder das Gesetz mußte ihm durch exceptiones helfen
u. f. w. Daher besteht denn auch das Prineip des Aeerescenz-
rechts, und das successorische Edict hat diesem gegenüber keine
Bedeutung.
Darüber hat sich freilich in der neuesten Zeit ein großer

3) Daß der Prätor bei der b. p. s. t. nur der Aequität folgen wollte,
und dabei diejenigen schützte, denen nebstdem die Eigenthumserwer-
bung zu statten kam, ist bekannt genug Es ist aber gewiß nur eine
Träumerei, wennn man glaubt, dic b p. s. t. sey nur eingeführt
worden, um dem strengen Beweis des Erbrechts zu entgehen, denn
die angegebenen Fälle zeigen selbst, daß der possessor nicht he-
res sepn konnte. Dies gegen Leist §. 29.
4) t. I. 1. §. 9. I. 1t. pr. §. 1. 2 l) 34. 11.
5) l. I. 1. §. 6. D. 37. II.

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