Full text: Volume (Bd. 6 (1848))

224 Ein paar Bemerkungen über Just in tan'S Veränderungen

§. 6.
Resultat auf die oben aufgeworfenen Fragen.
I Es war nicht weise, daß Justinian Alles unter den
Standpunkt des SCti Treb. gebracht hat, denn er hat selbst
und zwar in den Institutionen schon angegeben, daß derFidei-
commissar nur theilweise Ln die Rechte des Erben eintritt,
wenn die Restitution erfolgt ist; aber vordem und
überhaupt als Vermächtnißnehmer zu behandeln ist. Das
80. Pegas. ist nur aufgehoben, damit es keines Zwangs zu
Gunsten des Fideicommissars hinsichtlich der Erbschaftsantretung
mehr bedarf. Aber
II. dem Testator steht noch immerhin frei, den Vermächt-
nißnehmer von allen Folgen der Erbschastsübernahmc zu be-
freien.
III. Bei der Berechnung der Quarte kömmt es darauf
an, ob der Testator gleichsam angedentet hat, in welchem Erb-
verhältnisse der Fiduciar und Fideicommissar zu einander stehen,
wobei es dann zu bleiben hat, oder ob er es nicht angedeutet
hat, wo denn die reinen Grundsätze der quarta Pegasiana
tu Anwendung zu bringen sind.
§. 7.
Ueber das Accresrenzrecht bei dem Prälegat.
Darüber hat von jeher großer Streit stattgefunden: weil
auch hier Justini an , wenn man ihn nach der gewöhnlichen
Jnterpretationsansicht auffassen will, zu weit gegangen ist, ob-
gleich er selbst sich nirgends erklärt hat.
Ehe er die Legate und Fideicommisse eräquirte, konnte
man annehmen, daß in der formlosen Richtung des Fideicom-
miffes ein praecipuum liegen könne, welches der Präfideicom-
missar vor der Theilung wie eine Erbschaftsschuld aus der
Erbschaft herausnehme, und in der That hat dieses die neuere
Praxis selbst so angesehen, wie man dieses namentlich im fran-
zösischen Rechte wahrniinmt. Im Uebrigen ist nicht zu läug-
nen, daß Justinian das Accrescenzrecht auch auf die fidei-
commissarii erstreckt hat. J. un. §. i, Cod. de cad. toll.
Daher konnte man auch lehren, daß der Mit-Erbe in Bezie-
hung auf jedes Bermächtniß Mitschuldner werde. Dieses war
freilich auch schon früher der Fall, aber mit einem anderen

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