Full text: Volume (Bd. 6 (1848))

jetzt üt ihrer Formlosigkeit besteht? 215
herumsepn muß: wer nun die Einrede darauf stellt, daß der
andere noch nicht klagen könne, weil das Fundament der Klage
nicht erwiesen sey, der wälzt die Beweislast auf den Kläger.
Stellt sich die Sache aber etwas anders, so daß der Be-
klagte seine Behauptung zu beweisen hat, so tritt der Charak-
ter der exceptio ein: und unser Verhältniß ist daher nicht
in abstracto, sondern nur in concreto zu bestimmen.
Um nun die Natur der exceptio non adimpleti con-
tractus im Allgemeine» einzusehen, muß man das Verhand-
lungswesen des neueren Prozesses kennen, und sodann den Be-
griff exceptio in dein weitesten Sinne nehmen.
Bei den zweiseitigen Verträgen handelt es sich dann nicht
blos von dem Ansprüche, welchen man gegen den Beklagten
hat, sondern auch von der Begründung der Klage selbst, d. h.
davon, was der Kläger vor der Klage thun mußte, und da
keine formula mehr besteht — keine praescriptio verborum,
so ist diese Einrede als ein Verhältniß des neueren Civil- und
Prozeßrechts aufgekommen, welche auf der Grundlage des rö-
mischen Rechts und nach römischen Quellen nicht erklärt wer-
den kann.

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