Full text: Volume (Bd. 6 (1848))

jetzt in ihm- Formlosigkeit besteht?

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muß man besonders de» Bartolu s vergleichen Sil 1.1. §. qui-
nimo Nr.' 12— 22. wo er zuerst den Az» aufführt, dann die
Meinung derjenigen, die zwei vestimenta annehmen: rei ini-
tium und legis auxilium, dann die Meinung der dritten, die
das legis auxilium ausschließen: non enim masculus et fe-
mina per se essent sufficientes ad generandum nisi cum
auxilio planetarum! Wer würde wohl sagen, fährt er fort,
der Planet erzeuge — also das Gesetz sey niemals ein Erzeu-
gungsgrund , weil Alles durch das Gesetz bestehe. 4 5) Zuletzt
führt Bartolus selbst an, daß es eigentlich in niiserer Zeit
gar kein nudum pactum mehr gebe, indem doch alles einen
Grund haben müsse.
Man sieht, daß, weil die erste Periode nicht historisch
dachte und forschte, in solchen Dingen sie fast nirgends einen
Ausgangspunkt darbot.

8- 5.
Canonisches Recht.
Es ist der Mühe werth, den Geist des canonischen Rechts
in dieser Lehre für unsre Zeit darzlistellen, wo Alles dahin wirkt,
das canonische Recht zu misvcrstehen. Das Nöthige davon
steht schon in unserer Geschichte des Mittelalters 1. Bd. Seite
590 — 603.
Gewis ist es, daß das eanonische Recht sein System des
Privatrechts hat (Mein Buch I. S. 466. 467.) und daß na-
nreutlich das Obligationensystem in Real- und Verbalverhält-
nissen besteht — besser in Sachen der Handlung und in
Sachen der Gesinnung. Eine Handlung ist credere
donare et solvere ®), wie ja das römische Recht selbst »ach
der Absicht deö Handelnden die Fälle unterschieden hat, und
wobei denn auch auf der andern Seite wieder Pflichten sind, wie
die der Loeupletation und des Gewissens. Die Gesinnung
aber ist entweder eine Prineipalgesinnung, die, wenn sie im Ob-
4) Dwses Verhältniß, ist auch der Eintheilung der Verbindlichkeiten
von Weber in mittelbare und unmittelbare Verbindlichkeiten
entgegenzusetzen, worauf dieser Gelehrte kam, um die variae cau-
sarum figurae aus der lex zu erklären. In diesen ungeheueren
schon von den Gloffatoreu längst erkannten Fehler fällt noch das
neue österreichische Gesetzbuch §. 859.
5) Vergaben heißt hier der deutsche Ausdruck für alle drei Richtungen-

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