Full text: Abhandlungen civilistischen und criminalistischen Inhalts (Bd. 6 (1848))

Woher kömmt es, daß das Wesen der Vertrage

IW

§. 4.
Erste Periode der Bearbeitung des römischen Rechts.
Glossatoren. Scribentes.
Der Zweck der ersten Bearbeiter des römischen Rechts
war der, die einzelnen Stellen des römischen Nechtö zum Ver-
ständniß zu bringe», sofort eine Scholastik aufzubauen, endlich
mit den germanischen Ansichten, namentlich der einzigen ge-
meinrechtlichen Quelle des germanischen Rechts,
dem canvnischen Rechte in Einklang zu bringen. Die Eregese
war nicht philologisch-historisch, und die Scholastik und Pra-
ris veränderte Vieles.
In der ersten Hinsicht ging man von den pactis nudis
aus, welchen man die paeta vestita gegenüberstellte; über die
Vestimente war man verschiedener Meinung, der consensus,
sagt noch Bartolus, sei) das leichteste Kleid gewesen, mehr
die res oder die cohaerentia mit andern Contractus: andere
pacta feiten nur klagbar gewesen durch die adjectio jura-
menti im römischen Sinne für gewisse Dinge, dagegen allge-
mein im eanonischen Sinne; von diesem Standpunkte des Ei-
des aus gelte das pactum nudum denn so gut wie die stipu-
latio, und an ei» Neurecht sei) nicht zu denken. Dieses Alles
findet man bei Aceursius in der Gloffe, bei Azo und bei
Bartolus namentlich bei dem letzteren im Digestentitcl de
paetis I. 7. und praescriptis verbis 1. 5. Man sieht, wie
gerade die Legisten in das canonische Recht die Sache hinführ-
ten , weil sie von den fränkischen und andern germanischen An-
sichten und Gewohnheiten Nichts wußten.
Will man die Lehre der Glossatoren genau ansehen, so
muß man unsere Geschichte des Mittelalters II. Bd. §. 8.
vergleichen, wo man 6. paeta vestita annahm — die vier
Contracte, das pactum in continenti appositum und den
rei interventus. Das letzte waren denn die Jnnominateon-
traete, die die Glossatoren schon mit Recht als die allgemeinste
Form klagbarer Verträge aus dem römischen Rechte annahmen.
Auch erklärten sie besser das Verhältniß der römischen
pacta (siehe unser Werk) waren aber nicht ohne Jrrthümer
besonders in Beziehung auf die Klagen.
Um übrigens mehr noch in die Einzelnheiten der Geschichte
der vestimenta nach den Ansichten der scribentes einzugehen,

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