Full text: Volume (Bd. 6 (1848))

17(j Heber das französische, rheinische und badische Civilrecht,
a) daß keine Gemeinschaft sey — aber auch kein Dotalsy-
stem. Gleichwohl kann hier eine <!os gegeben werden, aber
der Mann wird hier immer nur Nutznieser, und muß da-
her auch die dos nur als Nutznieser haben und zwar ad
dies matrimonii. Hier hört sein NutzniesungSrecht auf, und
er muß die dos restituiren nach den Grundsätzen des Aufhö-
rens bei dem Nutznießungsrecht:
b) daß das beiderseitige Vermögen abgesondert sey und
bleibe. (Separation eontraetnelle — hat einige Analogie zur
Separation jndieiense. Zachariä, §.499.) Die Haupt-
grundsätze sind folgende:
1) das bewegliche Gut kann die Frau ohne Authorisation
des Mannes onerose weggeben. Obligiren aber kann sie
sich in der Regel nicht, weil die obligatio ihr ganzes Ver-
mögen angreift, auch ein Pfandrecht in snbsidio herbeiführt;
2) bei dem unbeweglichen Gut hat der Mann immer die,
Authorisation zu geben, aber er ist dadurch nicht Garant;
3) Prozesse kann die Frau ohne den Mann nicht führen;
4) wenn die Frau sich nicht vertragsmäßig versteht, zu
den ehelichen Lasten beizutragen, kann der Mann gesetzlich ein
Drittheil von ihren Einkünften verlangen. —
§. 29.
Vertrags- und Delictssystem des franz. Rechts
insbesondere.
Wenn das hier geschriebene Vorwort zu der Behand-
lung des französischen Rechts keinen anderen Zweck hat, als
um deutsche Rechtsgelehrte für ein Studium zu begeistern, wel-
ches die Bedürfnisse der neuesten Zeit in privatrechtlicher
Hinsicht so allgemein darstellt, wie das canonische Recht
die gemeinsame Quelle der Rechtsbildung im Mittelalter
war: so wird uns nicht zugemuthet werden, daß wir uns
über das System des Vertragsrcchts im französischen Rechte
erklären. Gerade hierin liegt aber das Princip für die Rechts-
geschichte des französischen Mittelalters. Andere haben sich be-
reits daran gewagt, z. B. Warnkönig: wir wollen sehen,
ob er die nicht schwer zu erkennenden Tiefen der französischen
Rechtsgeschichte begriffen hat. Keinesfalls darf er sich irre
machen lassen durch das Transactionssystem derjenigen, welche

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