Full text: Volume (Bd. 6 (1848))

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über dessen Studium und Vortrug.
es kann der Frau die Administration übertragen werden, aber
nicht so zu sagen die Meisterschaft; denn verklagt wird der
Mann bei der gesetzlichen Gemeinschaft immer 38).
Der Code nimmt auf folgende Verträge Rücksicht:
1) auf die Errungenschaft. Es entsteht hier nur eine univer-
sitas derjenigen activa, welche während der Ehe onerose er-
worben sind, aber die passiva bleiben einem jeden. Eigentlich
ist dieses gar keine Gemeinschaft, sondern derjenige Weg des
bürgerlichen Lebens, der die Eheleute für den Fall der Trenn-
ung sichern soll, und er bestand daher in Frankreich besonders
in Beziehung auf den Dotalvertrag;
2) aber ein wahres Gemeinschaftsverhältniß tritt ein:
aj wenn ein Theil der Fahrniß oder alle Fahrniß aus-
geschlossen wird, wo natürlich im zweiten Falle die Errungen-
schaft statthat, im ersten Falle aber das System, was die
Franzosen clause d'apport nennen, und wird etwas der Frau
Vorbehalten, um Immobilien anzuschaffen, heißt es clause
ck'emploi.
Die beiden Verträge heißt man Realisation oder Jmmo-
bilisation;
b) wenn auch die vor der Ehe eigenthümlich besessenen
Liegenschaften in die communio gebracht werden. Man nennt
dieses la clause dammeublissement;
3) es gibt eine allgemeine Gütergemeinschaft, worüber lei-
der der Code sehr wenig enthält 40) ♦
4) es gibt vier Verträge die den favor des einen Ehe-
gatten im Auge haben.
a) Den Vertrag, wornach persönliche Schulden d. h.
38) Gilbert 1421, Nr. 1. 2.
39) Zm Allgemeinen kann man wohl sagen, wie auch Odier aus--
sührt: der Verträge gebe es zwei Arten.'
a) solche, die weniger in die Gütergemeinschaft bringen, als
sie gesetzlich verlangt;
b) solche, die mehr in dieselbe bringen, als die gesetzliche Gü-
tergemeinschaft verlangt.
Nur müßte man auf den Begriff der Gütergemeinschaft besser
Bedacht nehmen, da Odier namentlich dies bei der Errungen-
schaft nicht gethan hat.
*0) Nur soviel ist richtig.' auch die unentgeltlich in der Ehe erworbe-
nen Güter fallen in diese Gemeinschaft: bei den Schulden aber
trit das System der gesetzlichen Gemeinschaft ein. Die obligatio-
nes personalissimae bleiben auch hier den Betheitigten.

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