Full text: Volume (Bd. 6 (1848))

H)4 lieber das französische, rheinische und badische Civilrecht,
gleichsam die Abtretung macht, nachdem der Gläubiger abgc-
funden wird.
Das erste Verhältnis) hat man schon im römischen Rechte ge-
kannt; es bezog sich darauf, daß ein Rttckanspruch an den Schuld-
ner stattfand, doch waren es nur einzelne Fälle und das allge-
meine Princip, wenn Jemand für einen Andern zahlt, war im
römischen Rechte nicht angenommen. Die cessio ficta oder ne-
cessaria fand nur statt, wo ciue Connerität der Forderungen
da war. Und hier hatte gleichsam der neue Gläubiger das
Recht, auf das beneficium cedendarum actionum Anspruch
zu machen, was aber nicht als eine Folge der Zahlung ein-
trat, sondern schon vor der Zahlung ausgeübt werden mußte.
Immer wurde vorausgesetzt, der Gläubiger übt sei»,jus cedendi.
Der Schuldner konnte natürlich hinter dem Gläubiger nicht
handeln, weil er kein Recht hatte, also auch nicht disponiren
konnte: daher ist im französischen Rechte immernoch der Streit,
ob wirklich das Recht des Gläubigers übergehe, oder ob der
Schuldner nicht bloß die Rechte einräumt, die er geben kann,
Pfandrechte und Bürgschaften, und dann fragt es sich wieder,
ob die Pfandrechte schon von der Zeit, wo der erste Gläubiger
sie begründet hatte, übergehen, oder erst von der Zeit der neuen
Verleihung.so)
Merkwürdig ist nur, daß man im französischen Rechte auch
Hypotheken ohne das Hauptrecht abtreten, also jene auf an-
dere Forderungen beziehen und sogar rückwärts anwenden kann,
also zurück von der Zeit der Cession an, nur kann man natür-
lich die andere jetzt mit der Hypothek begabte Forderung nicht
für sich antedatiren.
Daraus dürfte nun aber von selbst folgen, daß der Schuld-
ner das Recht hat, sogar das Recht des Gläubigers abzutreten,
da ja der dritte sogar, wenn er ohne den Schuldner die Zah-
lung vornimmt, durch sich in das Recht mit allen Folgen eintritt.

30) Die meisten sranzöfischen Juristen sagten: Die Subrogation über-
trage blos ei» jus simile: d. h. der neue Gläubiger trete blos in
looum, nicht aber in actionem primi. Es ist dieses aber am Ende
nichts anders, als wenn auch die Römer bei vielen Personen
vicem alterius, locum alterius annehmen ließen, d. h. der subro-
gatus ist wohl kein Cessionar, er hat aber am Ende die Rechte des
Cessionars. Merlin, sub voce Subrogation de personne.

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