Full text: Abhandlungen civilistischen und criminalistischen Inhalts (Bd. 6 (1848))

über dessen Studium und Vortrag.

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fom fann, die Vergangenheit zu fvttiftven, sondern nur die
Gründe derselben und der Gegenwart zu untersuchen, um da-
hin zu strebe», die Conscqucnz zu verinittcln. Drei Grund-
sätze wollen wir zu diesem Zwecke hier anfstellcn:
1) der Satz I« mort saisit le vif bezieht sich nur auf
die Gcsammt- Erwerbung der activa, und die Bezahlung der
Jmmobiliarschulde», die auf den erworbenen Immobilien liegen.
2) Für die Mobiliarschuldcn wird der Erbe nicht verbind-
lich und nur wenn er simpliciter acceptirt, wird er schuldig,
Und es trit eine Novation ein 20). Ganz unrichtig ist der
erste Hauptsatz dargestellt, wenn nicht dieser Beisatz gemacht
ist: Franzosen und Deutsche haben hierin bis in die neueste
Zeit gefehlt. Dies will der Satz: II n’est heretier, qui ne
vout, wohl nicht überhaupt, aber doch in dieser speciellen Be-
deutung.
3) Die Lehre von der enerve ist im Code verändert,
Was freilich mit der ganzen Natur des testamentarischen Erb-
rechts zusammcnhängt. Zn Frankreich unterschied man wie in
Deutschand die propres oder die Stammgüter und die erwor-
benen Güter. Ueber die ersten konnte man nicht verfügen und
Man nahm allmählig nur an, daß man ei» Fünftel frei habe.
Wurde dieses überschritten, so konnte das Geschäft jeden Au-
genblick angegriffen werden. Ueber das Erwerbene konnte man
unter Lebenden und letztwillig verfügen — vergaben; und erst
allmählig wurde das römische Pflichttheilsrccht auch hicher an-
gewendct: von dem römischen formellen Systeme der Ein-
setzung und Enterbung wußte man aber in Frankreich Nichts-
Nach demZwecke bei der Verfertigung bröCode, wo man das
Stammgut und erworbene Gut einander nicht 'entgegensetzen
lviinte, ging man so zu sagen auf das System der röinischen
legitima ein, welches in der Quantität anders bestimmt
wurde, wobei man aber nur dem Berechtigten das An-
griffsmittel mit dem Tode des Erblassers gab, nach dem Grund-
sätze der actio suppletoria und der querela inofficiosae do
eationis. Dies führt uns auf daS Wesen der actio supple-
toria.
Die Sache des ältere» Rechts war nämlich die:

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