Full text: Volume (Bd. 6 (1848))

144. Uebcr das französische, rheinische und badische Eivilrecht,
französischen Rechte — keine Erwerbart der väterlichen Gewalt,
sondern das Grundverhältniß christlicher Fortpflanzung der
Menschheit ist, und auch die Unauflößbarkeit dieser Verbindlichkeit
immerhin vorausgesetzt, und durch neuere Gesetze vollkommen
wieder hergestellt ist, — daß das mundhmi kein Recht für den
Vormund, sondern überall nur eine Pflicht für denselben ist
und daraus einzelne Nebenberechtigungen begründet sind. Sehr
wichtig wird das mimdium, soweit nicht von Erziehungsrech-
ten der Eltern die Rede ist, als ein auch auf die Eltern für
ihre Kinder ausgedehntes Verhältniß, ohne daß daraus eine
wahre Vormundschaft entstände.
Im zweiten Buche sieht man ganz besonders:
1) Daß die natürlichen und gesetzlichen Servituten keine
Servituten sind, sondern nur Bestimmungen des Eigenthums,
z. B. wer in einer Scheidemauer jours hat, begründet dadurch
keine Servitut, sondern verliert die jours zu jeder Zeit, wenn
der Nachbar bauen will u. s. w.
2) Daß der Nießbrauch auf römischer Grundlage ruht,
aber doch darin germanisch wird, daß er nur an Liegenschaf-
ten ein dingliches Recht darbietet I0) und dem Berechtigten
theilweise die Rechte gibt, wie wenn die Liegenschaft in seinem
Eigenthume wäre. Und man sieht hier sogar, wie in den Be-
griffen , z. B. des Art. 578. der französische Gesetzgeber sich
nicht recht verstanden hat u. s. w. Ja man findet, daß er so-
gar Widersprüche gemacht hat, die gleich die Praxis wieder
hat ausgleichcn müssen, z. B. im Art. 585.
31 Daß das Gebrauchsrecht als beschränktes Niesbrauchs-
recht lediglich von der concreten Bestellung abhängt, und
keine allgemeinen Regeln darbietet, auch sonst überall von den
Regeln des Niesbrauchsrechts abweicht.
4) Daß die willkürlichen Servituten mehr nach germani-
scher und neuerer, dem Obligationenrechte entsprechenden An-
sicht gebildet sind, wie nach dem strengen Principe der uralten
auf römischer Begriffsstrenge ruhenden Rechts. Darüber ließen
sich eine Menge Erklärungen machen, nicht nur hinsichtlich der
Erwerbung und des Verlustes, und daß es sehr gefährlich ist,
eine Besitzklage wegen der Servituten anzustellen: als auch der
KV) Daher wird er wie eine Liegenschaft ersessen.

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer