Full text: Volume (Bd. 6 (1848))

über dessen Studium und Bortrag. 131
8- 6.
Literargeschichte des jetzigen franz. Rechts.
Derjenige Rechtsgelehrtc, welcher einer andern, wie der
französischen Nation angehört, muß natürlich eben so viele
Fehler wie Tugenden in der neuesten französischen Rechtslite-
ratur finden.
I. Vor Allein liegt noch zu viel auseinander. Man ist
schwach geworden in der Kenntniß des römischen, germanischen
und canonischen Rechts, und erinnert man daran, so wollen
Einige im römischen Rechte blos an die alt-französische Schule
!>ch halten, wie du Caurrop, während andere, z. B. La-
doulaye die neuere deutsche Schule zu wenig zu beurtheilen
wissen; so hängen Dritte im canonischen Rechte an gewissen
Ansichten der gallicanischen Kirche, und sind als Juristen zu
wenig Theologen, wie z. B. Dupin; und nur da müssen
wir besser über die neueren Franzosen denken, wo es der Un-
tersuchung des germanisch französischen Rechts gilt, wo die
drei Männer der Vorzeit C o q u i l l e, L o y s e l und L a u r ivre
immer noch die Achtung genießen, die sie verdienen, und wo
man eben so unvcrrückt auch auf die Literatur hinsieht, die
Wne Männer zur Erklärung des französischen Rechts benützten.
Sv wissen auch die jetzigen Franzosen recht gut, daß die Ere-
geten der Schule des römischen Rechts im löten Jahrhunderte,
»- B. C uja c ius auf einem falschen Wege waren. Wird
man eininal in diesen prolegomenis in Frankreich stärker sepn,
so ist der solidere Grund der französischen neueren Jurispru-
denz wieder gelegt.
II. Unter den neuesten Schriftstellern ist offenbar Toul-
lier der gelehrteste, weil er auf sicherer historischer Grundlage
verfährt. Allein es ist seit seinem Tode im praktischen Rechte
.Vieles anders geworden, auch er selbst hat ssich in der neueren
Geschichte des Locls viel geirrt, er hat der Transactionsine-
chode der Zeit nicht genug Rechnung getragen, noch weniger
konnte er die politischen Ideen voraussehen, die gerade jetzt
»lehr oder weniger das höchste Tribunal in Frankreich bewe-
Dl. Einem Deutschen ist es kaum möglich, die Culminations-
Vchtung der Sache von diesem großartigen literarischen Stand-
plnkte aus durchzusehen.
Hl. Ueber die einzelnen Schriften ist Folgendes zu bc-

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