Full text: Abhandlungen civilistischen und criminalistischen Inhalts (Bd. 3 (1839))

88 lieber theilbore und uvtbeilbare, getheilte und ungetheilte Rechte.
crgicbt/|9). Denn cS ist kein Hindcrniß vorhanden hier mit
Einwilligung dcS Gläubigers partium solutiones vor-
ziinehmcn. Hier ist also bloS Lurch die eonventio eine
nnthcilbare obligatio vorhanden, und nicht durch die Un-
möglichkeit Uicilwciscr Leistungen.
5. Der noch übrige Fall einer nntheilbaren obligatio
ist vorhanden, wen» jemand verspricht eine Grunddienstbar-
keit zu bestellen. Der Gegenstand deS unkbeilbaren Fordc-
rnngSrcchtcS ist hier ein schon an und für sich untheil-
bareS Recht, denn bekanntlich kann eine Prädialservitut
nicht theilwcise bestellt oder erworben werden. Die römischen
Juristen fuhren die promissio servitutis als das gewöhn-
lichste Beispiel einer stipulatio an, quae partium prae-
ßtionem non reeipit5n).
Diese unrheilbare obligatio hat aber einen andern
Charakter alS die andern bisher aufgeführtcn nntheilbaren
ForderungSrcchte. Wird nämlich auß dieser stipulatio gegen
einen der Mitcrbcn des PromissorS geklagt, ko ist dieser
zur solidi praestatio verpflichtet. Obgleich statt des untheil-
baren direkten Gegenstandes der obligatio, das zu Geld
angc issagene Interesse desselben zu leisten ist, so wird die-
selbe doch nicht theilbar, wie die übrigen untheilbaren For-
dcrungSrechte im gleichen Falle. Ribbentrop weiß diese
Anomalie nicht anders als durch die Fassung der Formel
zu erklären und sagt deshalb S. 232. „Ein innerer Grund
warum sich die aestimatio nicht auch hier theilt, dürfte
schwerlich aufgefunden werden können." Man sieht aber nicht
ein warum die Formel gerade so gefaßt werden müßte, daß
dic solidi praestatio sich aus ihr ergab 51). Vielleicht läßt sich
die Sache dennoch erklären.

4i') Gehr richtig sagt daher Ribbeiitrov S. 203: die Leistung er-
scheine. hier gewissermaßen als eine unrheilbare.
20) In f. 2. §, 1.2. D. 45. 1. -
51) f. 2. §, 2. D. cit. Et ideo si divisionem res promissa non reci-
pit veluti via, singuli heredes promissoris in solidum tenentur*
Sed quo casu unus ex heredibus solidum praestiterit, repeti-
tionem habet a coherede familiae liereiscundae jpdicio. Damit
stimmt f. 25. K. 10. D. 10.2. und f. 17. v. 8. 1. überein.

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