Volltext: Abhandlungen civilistischen und criminalistischen Inhalts (Bd. 3 (1839))

86 lieber thcilbare unduntheilbare, gctheilte und nngetheilte Rechte.,
Bei jenen ist die Untheilbarkcit dcS Rechts eine abso-
lute. Sie besteht in jeder Rücksicht, und bewirkt sowohl activ,
d- h. unter den Berechtigten, alö passiv unter den Herrn der
onerirten Güter zunächst t eine Juris communio. Jeder hat und
übt daS unthcilbare Recht so, alö wäre er allein der Berech-
tigte, und ist deshalb dem Mitbercchtigten zu keiner Thcilung
der Vokthcile verpflichtet. Eben so trägt jeder der Miteigen-
thlimer der belasteten Sachen dag onus serviluJis für sich.
Wenn nun dennoch ein Mitbercchtigter dem andern in
Folge dc6 Zusammentreffens ihrer Gerechtigkeiten in gewissen
Fällen obligirt werden kan» — nämlich wenn dieser zur Aus-
übung oder zur Erhaltung derselben nölhigc Verwendungen
macht, woraus der Mitberechtigte Vortheil zog, so kann
wegen der versio in rem eine obligatio entstehen, welche aber
dann zu ihrer Begründung ein neues Factum^) zur Grund-
lage hat. Ein gleiches kann auf Seiten der Miteigenthümer
der belasteten Sache verkommen, ist dann aber eine Folge des
MiteigenkhumS, wenn dieß pro indiviso statt hat, oder der
versio in rem, wenn pro diviso daS praedium serviens
commune ist und wirklich eine solche versio '*'*) eintrat.
Die bisher erörterte Natur der untbeilbaren Forderungs-
rechte ist in folgenden Fällen der von den römischen Juristen
alS untheilbar bezcichneten Obligationen zu erkennen.
1. Wenn der Inhalt der Obligatio ein facere ist, cS
fey mit oder ohne Conventionalstrafe versprochen. Ein facere,
nach Ulpian in f. 72. pr. D. 45.1., ist eben so gut vor-
handen, bei der stipulatio fundum tradi als bei der fossam
' fodiri, insulam fabricari, operas 45): horum enim divisio
corrumpit >5) stipulationem. Eben so beim opus facere,
f. 86. §. 2. eod. und f. 11. tz. 23. v. 32. Rur wenn das

43) ES ist also keine obligatio quasi ex contractu zur Theilung der
Vortheile der Servitut.
4j) j>. b. eine solche die eine Klage begründet.
45) Daß Operarum obligationes auch theilbar feyn können, bat
v. Buchboltz mit Rechte bemerkt S. 58. wegen f. 15. §. 1.
D. 38. 1. und f. 54. §. 1. D. 45. 1.
4C) Wir machen auf den Ausdruck corrumpit aufmerksam — den
auch Pomponius (f. o.) bei den Servitutes anwendet. Er steht
auch in f. 11. D. 8. i.

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