Full text: Volume (Bd. 3 (1839))

lieber dic Bedeutung der stricti juris und bonae fidei obligat, etc. 5
tio wie in einer Art von litis contestatio oder spcciellen
Contract erhielt/ und dabei wegen der jetzt statlfindenden Ge-
gcnseitiqkcit eine Veränderung in der Natur der o!>!igatio und
rcsp. Klage cinlrat: d. h. auS der stncli juris obligatio eine
b. f. obligatio wurde.
4) Daß, waS die speeiellen Obligationen angeht, nach
strictum jus hierher gehören:
a) res creditae,
I») res furtivae,
c) res indebite solutae,
d) res ob causam non secutam datae,
e) res sine causa datae,
0 res promissae vel cautae.
Neberall hin nach diesen Beziehungen geht die condic-
tio s).
Ganz anders erweitert sich das Feld in Hinsicht auf die
obligationes bonae fidei.
Hier nämlich ist gewiß, daß wenn das strictum jus erst
durch eine exceptio zur Aequität geführt werden mußte, bei
den andern Obligationen die Aequität eine innere Grundbe-
dingung ihres klagbaren Bestehens war. Ebenso wurden die
gegenseitigen Verhältnisse der Partheien, wo die b. f. herrschte,
ipso jure gegeneinander abgemessen, eompensirt, dedueirt, so
daß die Zweiseitigkeit hier ihre volle Bedeutung haben
konnte. Das ganze System der Obligationen horte auf aus
dem engherzigen Standpunete deS Eondietionenweges bestimmt
zu seyn; nichts kam weiter auf den Unterschied des certum
«nd incertum an, denn das letztre wurde ohne weiters durch
das arbitrium zum certum und dabei wurde Alles in Anschlag
gebracht, was die Aequität erfordern mochte: nichts kam wei--

3) Dabei ist noch zu bemerken, daß die condictio si certum peta-
tur ursprünglich nur auf die certa pecunia gerichtet war, und
die condictio auf das dare aliam certam rem Tel quantitatem
vel speciem, condictio trilicaria hieß, daß aber endlich bei dtk
AuS-ehnung in' objektiver Hinsicht auf Servituten (dare ser-
vitutem) und auf die Geltendmachung oder Restitution' des
Besitze- besonder- wegen des kurti auch eine condictio incerti
angenommen wurde.

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