Full text: Volume (Bd. 3 (1839))

388 Utber baK Studium und über die Anwendung neuer
b) welche Zusätze in den einzelnen Lehren gemacht sind,
e) welche Verordnungen und neuere badische Gesetze ein-
greifen,
6) welche Hilfsmittel in zweifelhaften Punkten anzuwen-
den sind.
Ein breites Studium des Code oder deS LandrechtS
hilft zu Nichts, einmal, weil andere zur theoretischen Bil-
dung mehr nothwcndige Studien sonst leiden würden, das
andrcmal, weil der gute Kopf sich hier selbst hilft, und der
mittelmäßige den Apparat nicht bcmcistert,
Nach unserm Vorschlag ergibt sich auch eine zweckmäßige
äußere Methode r
1) in der Darstellung deS Code kan« man in einer er-
frischenden systematischen Ordnung den Kern znfammenfaf-
sen, denn der Code selbst ist oft weitwendig in an sich kla-
ren Lehren, z. B. einzelnen Verträgen und kurz und nichts-
sagend in wichtigen Punkten, z. B. im Eigenthum, Ver-
mächtnissen.
S) In der Hcreinführung in das Landrechr selbst gibt
sich Gelegenheit, sich im Gesetzbuche orientire» zu lernen,
wobei man in der Praxis ohnedies von Tag zu Tag starker
wird. Bei dieser Gelegenheit muß man Alles praktisch
halten, den jungen Mann auf Landes - und GcrichtS-Eiurich-
tung, und wie sie entstanden, auf Verordnungen, Zusammen-
hang mit der Administration, Gerichts- und Advocatenge-
bräuchen u. s. w. aufmerksam machen, und eS ist daher eine
Frage, ob ein solcher Vorrrag nicht besser von einem tüchti-
gen und wissenschaftlich gebildeten Practiker, der im Laufe
feiner AmtSgeschäfte in beständiger Vollkenntniß ist, gehalten
werde. Leider sehen die Praktiker nur zu oft dasjenige, was
ihnen Alles in Allem ist, auch dem eucytlopädifch strebenden
jungen Manne gegenüber, fo an, zeige« ihm nicht den Ueber-
gang der allgemeineren Bildung in die besondere, und äng-
stigen ihn mit Dingen, die ihn besser dereinst die Morgeu-
soune deS Gerichtstags beleuchtet.
Wie viel kömmt auch bei der Einführung eine- jungen
Mannes in das Leben auf feine Jndivitualität an? Hier ist
dann der Zweck deS LehrenS der, cincStheilS so zu verfahren,
daß die kräftigste Individualität Nahrung studet, »ud and-

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