Full text: Abhandlungen civilistischen und criminalistischen Inhalts (Bd. 3 (1839))

nach dem Unterschiede de- neueren RechtS rc. 315
Begründung geltenden Besonderheiten an sich nicht geltend
z« machen sind, eS wäre denn auf dem Standpunkte der
exceptio doli.
111. In Präjüdieialsachen ist zü unterscheiden:
») ob über den Gegenstand des PräjudicialrechtS selbst
gestritten wird; hier ist eS natürlich, daß ein gewisses forum
deßhalb ausschließlich wirkt> weil nur hier die Execution
möglich ist, z. B. über die Gültigkeit der Verleihung eines
Bürgerrecht-,
b) ob die Sache als Präjudicialpunkt im strengen Sinne
erscheint, hier kann jedes Gericht, wo die Hauptsache zur
Entscheidung kömmt, den Präjudicialpunkt berücksichtigen-
natürlich aber nach dem Statut persone!;
Das Resultat dieser kurzen Ausführung geht dahin, zü
zeigen, daß in sehr vielen Punkten ein großes Unrecht ge-
schieht, wenn man sich an den Buchstaben deö römischen
RechtS, an die Vorstellungen der römischen Juristen hängt,
wie gewiß der französische Gesetzgeber auf eine solche Weise
verführt worden ist; daß der Jurist vielmehr die Bildungs-
gefchichte des Rechts feines Volks vor Allem berücksichtigen
und namentlich die Grundlagen gewisser herkömmlichen An-
sichten besser erforschen muß. AuS unfern Pandectenvorträ-
gen verschwindet oft gänzlich unter den Rechrsquellen daS
Statut, d. h. die Quelle de- Partikular-Landes, Stan-
des- und StadtrechtS, und die Anwendung desselben neben
dem gemeinen Rechte: es verschwindet Alles, was in der
Verbindung deS römischen und deutschen RechtS von beson-
derer Bedeutung ist, und der Germanist hilft keineswegs ge-
hörig Nach. Bekanntlich hatte daS Hofackerifche Compendium
den Zweck, eine Verarbeitung des römischen und deutsche»
RechtS alS gemeines Recht und als Einleitung in die Pai>
tieülarrechte zu liefern, allein namentlich der letztere Stand-
Punkt ist ihm nicht gelungen. Sofort hat man diesen Weg
wieder verlassen: die erwachte historische und exegetische Be-
handlung des römischen RechtS hat einen andern Gesichts-
kreis eröffnet- und fy viel diese Richtung beigetragen hat,
die Erkenntuiß deS römischen RechtS zu läutern, so sehr hat
He der «euere« Dogmeugeschichre Eintrag gethan. WaS hier
geschehe» ist, bezieht sich nur auf die Controverfeu deS rö-
Roßbirt, Zeitschrift. Bd. UI. Heft 3. 23

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