Full text: Volume (Bd. 3 (1839))

342 Uebcr den status civilis und über dessen Wirkungen
so sehr Bedenken macht. Dort nämlich ist die Concurreaz
und Collision weniger gefährlich, weil durch die Inrabula-
rion der sogenannten stillschweigenden Hypotheken, waS auch
in der baierischcn neuen Legislation und im hessischen Ent-
würfe ausgenommen ist, die Vorsicht den Gläubigern sehr
erleichtert ist. Aber auch unter andern Verhältnissen ist
leicht durch volle Vorsicht zu helfen. Der Schuldner mnß
ein öffentliches Zcugnik und resp. eine Verbürgung seines
Gerichts oder von Privatpersonen bcibringcn, daß er keine
Vormundschaften habe, und daß er in keinen Rechtsverhält-
nissen stehe, ans welchen eine stillschweigende Hypothek folgt.
Rach dem Code kann der Gläubiger schon eine Garantie
haben, wenn er den Schuldner auf die Folgen der Ver-
schweigung (Art. 2136. pos. 2. conlrainte par corps) auf-
merksam macht. Daher möchte man auch sagen, daß da-
forum rei sitae keine Sicherheit über Vormundschaften und
andre persönliche Verhältnisse des Besitzers geben könne,,
so bleibt doch noch ein Weg der Vorsicht, und am Ende
kann man auch die gehörigen Zeugnisse aus dem koro domi-
cilii des fremden Besitzers verlangen.
Alles, waS im gemeinen Gefühle der strengen Anwendung
deS Statut reel entgegensteht, redueirt sich darauf, daß der
Auswärtige nicht die Gunst deS inländischen Gesetzes an-
fprechen könne, uad daß in der Collision eines inländischen
mit einem ausländischen Gläubiger der erstere durch den letz-
ten nicht Schaden leides solle. Namentlich aber in unser«
Falle, könnte man das ganze VormundfchaftSverhältuiß als
eine res extranea anfehen und behaupten, daß eS auf die
auswärtigen Güter gar keine Beziehung habe.
Allein alle diese Betrachtungen sind gehaltlos. Die RechtS-
Entwickelang in Destfchlaod und in Frankreich ist von Pro-
vinzen, Städten »nd Gerichten äusgegangen, und von der
Staatsangehörigkeit hing nie etwas im Privatrechte ab.
Das Prineip war, wer 1» eine« bestimmten Gerichte fein
Recht suchen kann, hat auch die Gesetze de- Gericht- §ür
sich, und wenn daher Auswärtige da- Pfandrecht überhaupt
geltend mache» könne», so sind sie de« Inländer vollkom-
men gleich. Fremdartige Ansichten des «euere» Völkerrecht-,
der Nationalökonomie, «ad der oft damit verbundeuen Eng-

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