Full text: Volume (Bd. 3 (1839))

nach dem Unterschiede deS neueren Rechts re. 341
n) die Fremden den Eingeborncn gleich zu halten in An-
sehung aller Privatrechte, wenn nicht zu dem Gcnnßc die-
ser Rechte ausdrücklich die Eigenschaft eines Staatsbürgers
crfodcrt wird,
l>) der Fremde muß übrigens beweisen, daß der Staat,
welchem er angehört, die österreichischen Staatsbürger in
Rücksicht des Rechts, wovon die Frage ist, ebenfalls wie
die seinigen behandle.
Durch die Rücksicht »6 d. ist die juristische Richtung frei-
lich schlechthin in eine politische verwandelt.
Endlich ist bei der preusischen und österreichischen Gesetz-
gebung wichtig, daß das Gesetz,nur einen Mulus zur Be-
gründung des Pfandrechts gibt, das dingliche Pfandrecht
selbst aber — also der entscheidende Moment in der Colli-
ston aus der Intabulation kömmt, wodurch dann die Sache
eben so steht, wie wenn ein Fremder ein vertragsmäßiges
Pfandrecht hat intabulircn lassen.
In Frankreich und wo der Code gilt, auch wo das ge-
meine Recht waltet, ist aber Alles anders: und man kann
nicht etwa sagen, daS gesetzliche Pfandrecht sey wie ein ver-
tragsmäßiges zu behandeln, weil cs im römischen Rechte
selbst taeite constitutum heiße, denn daS Gesetz gibt hier
nicht bloS einen Titel, sondern daS dingliche Recht selbst.")
Am allerschlimmsten ist eS, wenn, wie in Baden darüber
controverrirt werden kann, ob nicht auch nach einem beson-
der» Constitutions-Edicte daS ReciprocitätSsystem, woran
daß französische Recht nach seinem Principe gar nicht den-
ken kann/ eingeführt sey.")
H. 7.
Im österreichischen und preusischen Rechte fällt eine Un-
vollkommenheit weg, die im gemeinen Rechte und im Code

1L) Der Art. 2135 bcs Code sagt auf das Bestimmteste, daß
das Pfandrecht der Minderjährigen und Mundloscn von al-
' ler Eintragung unabhängig sey.
16) Wir glauben dies nicht, auch schon nach den allgemeinen
Grundsätzen nicht, die über die sogenannte Rechtserwiderung
Mittermaier im §. 110 feines Lehrbuchs über deutsches
Privatrecht ausführt.

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