Full text: Volume (Bd. 3 (1839))

nach -cm Unterschiede des neueren Recht) re. 333
z. B. hinsichtlich des DotalpfandrcchtS nicht: anficrdem aber
stellt sich die Sache anders. Daher ist z. B. nach dem Art.
171. dev Code vor Allem erfoderlich, daß/ wenn eine Ehe
im Anölande geschlossen ist, der acte de cclcbration du
mariage in das Register des Wohnorts in Frankreich einge-
tragen fey und zwar innerhalb dreier Monate vom Anfänge
des genommenen Aufenthalts an gerechnet. Jedoch fetzt die-
ftr Artikel voraus, daß der Mann ein Franzose ist und nur
die Frau eine Fremde: von dem Verhältnisse, wo Mann und
Frau Fremde sind, spricht er nicht, und dieser Punkt ist bis
auf den heutigen Tag in der franz. Jurisprudenz unentschie-
den, und wird gewöhnlich auf ein Princip hingeführt, wel-
ches in das neuere Recht gar nicht mehr paßt, nämlich auf
den Unterschied der jura civilia et naturalia.7) Rur in
der Richtung auf Verbrechen kann man, wie bei den Rö-
mern, noch jetzt von den natura probri« und von den jure
civili prohibitis sprechen, aber in der Ausübung der Pri-
vatrechte, namentlich in Hinsicht auf den status, kann man
außer den eigentlich politischen Rechten, wenn man Jeman-
den die bürgerlichen Rechte überhaupt zuspricht, nicht einen
weitern Unterschied zwischen naturrechtlich bürgerlichen und
rein bürgerlichen Rechten machen. Ein solcher Unterschied
widerspricht nämlich gerade zu dem Systeme der GerichtS-
Territorialität. Jetzt hat das Gericht sein Recht, und nicht
mehr die Parthci; eS gibt jetzt keinen praetor urbanus und
peregrinus, der Richter kann nicht in dem einen Falle nach
Naturrecht, und in demselben Falle bei andern Partheien
nach seinem Gerichtsrechte richten. Es ist nur die Folge
eines feit Hugo GrotiuS mißverstandenen Naturrechts,
daß man einige Einrichtungen für naturrechtlich, andre für
positiv erklärt hat, und wie wenig der Unterschied irgend
eine Realität bat, beweißt die Ansicht, daß selbst in Frank-
reich, wo der Unterschied durch den Code feststeht, noch keine
Jurisprudenz die eivilrechtlichen und uaturrechtlichen Insti-
tute hat auseinandersetzen können
c) Es gibt sicherlich in der neueren Welt einen eigenen
statu« der Gerichtsunterwürfigkeit (Gerichtsstand), dessen

7) Troplong des Privileges et liypothecpies, pag. 284*

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