Full text: Volume (Bd. 3 (1839))

13. Kurze Bemerkungen zur Lehre vom Betrug

Kurze Bemerkungen zur Lehre vom Betrug.
Von Roßhirt.

I.
Allgemeine.
- i
J» der Regel kömmt der Betrug aus dem animus luer,
und daher stand ursprünglich im römischen Rechte Alles un-
ter dem weiten Standpunkte des lurti, das eben so sehr ein
Entziehen, als Veruntreuen, als heimliches zum Nutzen ver-
wenden, einem Andern zum Schaden in sich faßte (aufferrc,
intercipere, in rem suam vertere). DaS in rem suam
vertere ist eben das Betrügerische. Dabei war nicht bloS
an die Beeinträchtigung der Substanz, sondern auch an den
Gewinn gedacht, welchen ein Andrer hätte machen können;
allein die römische Jurisprudenz dcfinirte allmählig das
furtum, und da jede Definition beschränkend wirkt, so ge-
schah eS, daß manche Fälle gefährlicher Betrügereien nicht
unter den Bitgriff des kurt! gebracht werden konnten. Da-
Object deS kurt! war ein corpus oder der nsos oder die
possessio — die Handlung war eine eontreetatio, d. i.
eine Handlungsweise, die sich unmittelbar auf daS Object
bezog, und so waren vom Diebstahl ausgeschlossen
1) alle Unredlichkeiten zur Eingehung eine- Vertrags.
Einige Fälle standen eben deshalb unter dem quas! falsum,
z. B. fälschlicher Verkauf einer schon verkauften Sache,
Verkauf oder Verpfändung einer schon verpfändete» Sache
mit Vorgabe der Freiheit der Sache, Verschweigung einer
Eigenschaft, die dem Vertrag entgegengestanden hatte.')

1) I. ». §. 9 —12. 1. 2i. pr, 1, 28. D. ad leg. coro, de falsis«

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