Full text: Volume (Bd. 3 (1839))

12. Von der obligatio mandati und negotorium gestorum in Beziehung auf Dritte nach ihrer Fortbildung im römischen Rechte und mit Rücksicht auf neuere Gesetzgebungen

Von bei’ obligatio mandati und negotiorum gesto-
rum in Beziehung auf Dritte nach ihrer Fort-
bildung im römischen Rechte und mit Rück-
sicht auf neuere Gesetzgebungen.
Bon Roßhirf

bekanntlich ist daS Mandat oder die aus Auftrag des Ge-
fchäftSberrn geschehene Besorgung fremder Geschäfte eine
Entwickelung der auS dem römischen Prozeßrechte *) hervor-
gegangencn Procuratur. DaS dominium litis, d. h. der Um-
stand, daß, wer auf dem für einen Andern begründeten
Rechte erschien, Vertreter des Rechts auf eigenem Na-
men feyn mußte, hörte auf, und die Vertretung auf frem-
den Namen fand unter gewissen SicherheitSmaaSregeln stau.
Um da mehr konnten außergerichtliche Geschäfte durch An-
dere besorgt werden, die nicht jene gesetzliche Repräsentation
deS Geschäftsherrn hauen, wie die seiner Gewalt Unterwor-
fenen. Natürlich war aber der gewaltfreie Geschäflsbesorqer
dem GcschäftSherrn keine fo günstige Mittelsperson, wie der
Gewaltunterworfene, denn er war kein Instrument deS frem-
den WillenSr und umgekehrt hatten Dritte keinen unmittel-
baren Anspruch an den GefchäfkSherrn. Sollten über-
haupt aus den Verhandlungen zwischen dem Mandatar und
einem Dritten Rechte und Verbindlichkeiten entspringen, fo
mußte Alles nach den Grundsätzen über den Vertrag zu Gun-
sten oder zur Verhaftung Dritter gehen, d. h. der Mandatar,
der nicht für sich handelt, muß ein besonderes RechtSintercsse
gegen den Dritten, und der Dritte ein solches gegen den
Mandatar haben, d. h. sie müssen wenigstens einander das

1) Dies ist schon einzusehen aus der äußern Stellung der vego-
tiorum gestio im Prozeß nach der Pandeetenordnung.

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