Full text: Volume (Bd. 3 (1839))

24 Ueber die Bedeutung der stricti juris und bonae fidel obligat, etc.
Also zeigt sich durch diese Darstellung genau, warum von "dem
für und von den invasoribus et praedonibus gesagt ist:
semper moram faciunt.
WaS dagegen den ander« Fall angeht, so sind die obli-
gati der privilegirtcn Personen in der That nicht morosi,
denn sic müssen auf Bezahlung intcrpellirr scyn, wenn nicht
lemexe die Klage angcstellt ,'eyn soll, und nur darin stnde»
einzelne Wirkungen der mora statt, daß daS intcresse obli-
gationis et temporis ohne Widerrede verlangt werden kann
— und endlich, wag den dritten Fall angeht, so ist hier
nicht eine unetgenttiche, sondern wie ung scheint, eine wahre
und eigentliche möra vorhanden. Und wäre dies ßitht) so
würden die Gegner deö Satzes; dies interpellat pro bomine,
gewiß Recht haben.
Vorerst nur noch die Bemerkung , daß da, wo der obli-
gatus semper moram facere videtur, derselbe doch sticht
schlimmer daran seyn kamt, wie der eigentliche morosus^
und daß sseiviß ihm auch die Entschuldigung zu gute kommt,
daß die Sache bei dem Eigenthümer oder rechten, Beßtzer zu
Grunde gegangen seyn würde, ohne daß derselbe dafür ihren
Werth hätte haben können.' Dag zu Grunde gehen ist nicht
genug, denn hätte der rechte Besitzer vorher sie verkaufen
können, so würde ja der casuelle Untergang ihm nichts ge-
schadet haben. Der Dieb ist allerdings in einem Punkte
schlimmer daran, als der einfache Refractair der Solution,
nämlich in der Bestimmung des Interesses der Obligation
selbst. Bei dem letzteren wird auf einen festen Zeitpunkt hingc-
schen, d.i. entweder die Zeit brr rnora oder der Condevinatjon,
welche nämlich dem Gläubiger günstiger ist, bei denk Diebe
aber heißt es semper moram facit, und also kaiin der
höchste Werth verlangt werden, welchen die Sache von Zeit
dcS Diebstahls an gehabt har. Dieser Punkt allein trifft den
Dieb hart genug, und eS wad gefehlt, gleichsam in der
innern Richtung der Schuld 'eine Verschärfung für den
Dieb so annehmen zu wollen, daß er auch jenen Zufall tra-
gen soll, welchem nach dem natürliche« Gange der Dinge
der Bestohlnc nie hätte entgehen könne». Pan würde hier
eine Strafe de- Diebe- annehmen müssen, die doch bekanntlich
im römischen Rechte auf eine andere Weift gefnnde» wird.

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