Full text: Abhandlungen civilistischen und criminalistischen Inhalts (Bd. 3 (1839))

Vom Vertragssysteme des jetzigen gemeinen deutschen Rechts. £49
Nachahmung gefunden; die Lehrer auf den Universitäten
hielten fest am römischen Rechte/ und die kleineren deutschen
Territorien und Städte hatten ihre Gebräuche damit vcr-
siochten, ein paar Znstructivvcrokdnungen erlassen, tm übri-
gen sich der Wissenschaft de6 römischen RechtS lediglich vertraut.
Sie haben keine größere Zahl von Conkrovetsen zu befahren
gehabt, und dabei den Vortheil erlebt, die feinere Be-
handlung des römischen Rechts im I9ten Jahrhundert sich
gleich nutzbringend zu machen.
Auch in Frankreich, wo man das preusifcht Gesetzbuch
vielleicht nur oberflächlich kannte, hat man aber doch bald
wahrgenommett, daß aus Poihier'S Werken mehr Natur
und Confcqucnz zu finden fcy, was entscheidend wurde in
einer Zeit, wo eine gelehrte Darstellung dcS römischen RcchtS
keinen Eindruck auf die Gemüther der Revolution hätte ma-
chen können.
Die Verfertiger des tloäe standen in der VertragSlehrS
ganz im römischen Rechte, sowie dies zu ihrer Zeit in einer
sieifdogmatischen Form, natUrrechrlichen Bestrebungen sich an^
Ȋhcrnd, gleichwohl mit einzelnen gesunden Blicken besonders
von Porhiek gelehrt wurde. Man darf daher durchaus
nicht annehmen, daß einzelne Sätze in gehöriger Untersuchung
der römischen Principien aptirr sind, sondern eS ist don sens,
der die Feder führte. Im Einzelnen scheint uns für unfern
Zweck Folgendes bemerkungSwertht
1) der Standpunkt des römischen ConsenfualprincipS ist
der allgemeine und herrschende, auch der Tausch ist alSCon-
sensual-Contraet perfect. ES gibt benannte Verträge, deren
Rechte genau normirr sind, aber sie haben durchaus »ichtS
von den «»benannten voraus, die unter de» Gesichtspunkt
der Verbindlichkeiten auf ei« Geben oder auf einThun ge-
bracht sind.
2) Ein besonderes Zeichen der Perfektion Unbenannter
Verträge ist nicht angenommen, und Alles, was von der Scrip-
tur verfügt ist, gehr auf diejenigen Verträge, die.«an für so wich-
tig hielt, um ihre prozessualische Behandlung zu erleichtern
und gehört tn die Lehre vom Beweise derselben in der Art,
daß manchmal der ZeugeubeweiS nicht zugelassen wird.
3) Am wichtigste« ist der Mterfchied in Bilateral und
Roßhirt, Zeitschrift. Bd. Hl. Heft 2. 17

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