Full text: Abhandlungen civilistischen und criminalistischen Inhalts (Bd. 3 (1839))

Dom Dcrtragüsystcmc bei den Römern. 191
1) sie gehöre» nicht zu den actus sollennes, sondern zu
den formlose» negotia.
2) die Handlung besteht in einem Versprechen, in wel-
chcm nicht selten ein Gcgenversprechen liegt. Schon dies
bringt mit sich, daß Vieles hier stillschweigend vor sich ,ui>i
z. B. das Bestellen einer gewissen Quantität Sachen MN
prix fix95): umgekehrt ist auch das Anbietcn der Waare um
einen gewissen Preist dann bindend, wenn eö nicht als ein
bloser Versuch deS Verkaufs erscheint, wenn also der Käufer
vorher erklärt hat, das; er solche Waare um solchen Preist
kaufen wolle. Im Uebrigen hängt hier AlleS sehr vomCon-
creten ab, und man kann daher keine allgemeine Regel da-
rüber aufftellen, ob, wenn daS Geschäft unter Abwesenden
gemacht wird, schon die Annahme der Oblation, oder erst
die Notitz von der Annahme den Offerenten festhält. C S kömmt
nämlich zunächst AlleS auf die Erklärung an, mit welcher der
Eine die Oblation gemacht hat, sodann darauf, was in der
Lage der Dinge die bona fides mit sich bringt
3) Mit der Stipulatio trifft natürlich die Wirkung zu.
fammen d. h. es gibt bald eine einfache Klage, bald eine doppelte
(emii venditi) wie bei der stipulatio und restipulatio — die
eineKlage kann wie bei der stipulatio als exceptio doli oft ent*
gegengeftellt werden (non adimpleti contractus) — eS findet
kein Rücktritt Recht Äatt, auch wo nach der Natur der Sache der
Rücktrit möglich wäre, also ist hier nicht die blos in der Intention
liegende Mutuität herrschend, und wenn es wahr wäre, daß unsre
Verträge alle Consensual-Contraete wären, so würde man sagen
können, in der Wirkung ist bei uns jetzt jeder Vertrag wie
eine römische Stipulation zu behandeln. Allein
4) die Consensual - Contracte bleiben negotia: — in
emptis ei venditis potius id, quod actum est, quam id,
quod dictum est , sequendum est94): und zwar benannte,
bestimmte, solche, welche vulgares, usitatas actiones ha-
ben, und die sich von den andern benannten negotiis nur
dadurch unterscheiden, daß die actiones begründet sind —
und die obligatio perfect ist, auch wenn noch keiner von bei-
93) Man kann nämlich annehmen, daß der Verkäufer, wenn er
vorrätbige Waare bat, abgeben wird.
94) 1. 6. §. i. D. 18. 1.

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