Full text: Volume (Bd. 3 (1839))

188 Dom Vertragssysteme bei den Römern.
I. 6. 1). h. t.
Ts, cui bonis interdictum est, stipulando sibi ad-
quirit: tradere vero non potest vel promittendo obligari*
et ideo nec fidejussor pro eo intervenire poterit, sicut
nec pro furioso.
Ein fidejussor frtttit auch nicht stattfindcn, wenn die
Gegenleistung in die Form einer StipulationSbedingung ge-
bracht wäre, denn eine Bedingung ist keine obligatio, zu
der eine accessorische obligatio möglich wäret
h 127. D. h. t.
Si pupillus sine tutoris auctoritate Stichum pro-
mittat, et fidejussorem dedit, servus autem post moram
a pupillo factam decedat, nec fidejussor erit propter
pupilli moram obligatus, nulla enim inlelligitur mora
ibi fieri} ubi nulla petitio est. esse autem fidejussorem
obligatum ad hoc, ut vivo homine conveniatur5 vel ex
mora sua postea.
Die Stelle ist nicht direct für unfern Satz: aber sie
drückt soviel aus, daß, wenn der Pupill einen Burgen ha-
ben kann, dieser -och immer nur aus seiner obligatio haf-
tet, und nicht einmal auS der incidenter mit der Stipula-
tion und Promission vcrbundnen obligatio ex mora, die
vielmehr den Bürgen nur verbinden kann, wenn er als voll-
kommener Intervenient des Hauptschuldners anzusehen ist,
oder wenn eS eine mora fidejussoris selbst ist.
IV. DaS Resultat dieser Ausführung geht dahin, daß
bei der Anwendung des römischen Rechts auf unser Leben
nicht leicht ein Institut gesunden werden kann, bei welchem
man näher das Wesen erfassen muß, alS die Stipulation. Bei
uns prävalirt nämlich
a) der Umstand, daß Verträge nicht in praesentia par-
tium abgeschlossen werden müssen , und also die Eine und
Andere Parthei an verschiedenen Orten zu verschiedenen Zeiten
Erklärungen machen kann, wenn nur der Consensus in ein
bestimmtes Object herauskömmt. Infoferne haben wir also
durchaus nichts mehr von den Stipulationen übrig.
b) der Umstand, daß so wenig bei den römischen Con-
sensual-Contraeteu, sowenig jetzt überall von dem Beweise
der Form etwas abhängt, sondern von dem Beweise deS

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