Full text: Abhandlungen civilistischen und criminalistischen Inhalts (Bd. 3 (1839))

Dom Vertragssysteme bei den Römern. 18?
tirunq des an, epiid, quale^ quantum, ubi, quo loco —
so ineinander laufend, daß nicht sowohl eine Regillirnng
über die Perfektion der Obligation als über den Beweis
der perfecte» Obligation nölhig ist- Man sieht dies nicht nur
aus den Pandekten als anS den neueren Gesetzbüchern. Gleich
hinter den Consensual- und Real-Contracte» kömmt dort die
Lehre vom Beweise, und im Code und im österreichischen
Gesetzbuche trit richtig die Hanptrücksicht auf den Beweis
der Verträge hervor"). Man kann daher auch sagen: die
Stipulation gewährte in der mündlichen oder schriftlichen
Erklärung eine Art von instrumentum garentigiatum 88):
das Consensualgeschäft aber unterscheidet die obligatio und
die fides obligationis.
III. Die stipulatio ist die natürliche Art für die De»
gründung der obligatio aus einem Versprechen dadurch,
daß der promissor oder debitor immer als der allein O bli-
girte dasteht. Dies ist ganz anders bei der durch die res
entstehenden mutua obligatio, und die Meisten Cvnsenfual-
Obligationen enthalten schon in dem Anbietcn, sofcrne die
Annahme folgt, eine obligatio. Bei der stipulatio kann in
der Rede deS Stipulante» ein Anerbieten nur als Bedin-
gung, und nicht als obligatio liegen. Wenn aber in Be-
ziehung auf die Erfüllung der StipulationSobligatio auf eine
Pflicht des Stipulante« *•) provocirt werden kann, so folgt
diese nicht aus der Stipulation, sondern aus einer speciellen
oulpa und mora oder aus den Wirkungen des periculi.
Daß die Stipulatio an sich niemals gegenseitig ist, aber durch
die Rücksichten auf culpa, mora und periculum gegenseitig
werden kann ist besonders aus zwei Stellen zu ersehen t
87) Sn der That ist unser System formeller Verträge durch
die Form de6 Beweises gegeben d. h. die Seriptur bat hier
nicht die Bedeutung der Erklärung io praeseoiia, sondern
die Sicherheit des Beweises zum Zwecke, wovon unten mehr.
88) D»S ioslruwevto-o garentigiatum hängt auch mehr mit dev
deutschen Lehre von der Gewähr zusammen , als man bishie-
ber geglaubt hat. Doch iS für uns nichts mehr aus dem
alten deutschen Rechte abzuleiten.
89) Natürlich auf Anerkennung einer gänzliche« oder theilweife«
Befreiung.
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