Full text: Volume (Bd. 3 (1839))

168 Dom Vertragssysteme hei Herr Römern.
ließen, und so in der Rücksicht einer cautio, gegenüber der
obligatio aus einfachen, wen» auch klagbaren negotiis, irit
der herrschende Standpunkt der ganzen Lehre hervor. Eben-
deshalb wollen wir die Richtung dieser cantio im Einzelnen
untersuchen.
A. Noch fehlt uns eine Schrift über die Mittel, welche
zum Vollzüge der vom Gesetz und Richter anerkannten Rechte
führen. Bei den Römern war diese Lehre sehr anSgebildet
gleich vornherein durch die sacramenti acti» und spoitsio,
und weiter durch die cantiones judicio sisti, judicatum
solvi aus der später» GerichtS-Einktchkung hervorgegangen
und im justinianischen Recht wieder aufgehoben. Diese sind
die Fortentwickelung deS alten PrineipeS, wornach auf das
E^eeutionSobjeet gleich hingewiefeu wurde. Schon im juitini.
anischen Rechte und «och mehr bei u«S vollzieht der Richter
oft mit pbnsifcher Gewalt, aber manchmal muß er doch noch
zwangsweise eine promissio annehmen. weil eS kein anderes
Mittel deS Vollzuges gibt, z. D. wenn jemand für schuldig
erkannt wird, eine Schuld intabuliren zu lassen, und wenn
er dieß doch nicht thut; durch richterliche Sentenz wird die
Jnkabulation angenommen. Oft versuchte der Prätor den
mildern Weg der stipulatio, weiche er befahl, und ging/
wenn fein Befehl die Wirkung verfehlte, zu physischen
Zwangsmitteln über, z. B. beider cantio damni infecti**).
Besonders wichtig scheint im römische» Prozesse die cantio
de dolo gewesen zu seyn, die der judex aufiegte zu einer
Zeit, wo unter den Partheie« die Contumaeialfolgea und
andere auf das volle Streitobjeet nach der Intention deS
judicii oder arbitrii sich beziehende Wirkungen, ferner in
Beziehung auf dritte, z. B. Zeugen bestimmte Mittel zur Wahr-
heitStreue nicht gegeben waren **). Ueberall genügten stipu-
22) Don dieser sagt Euiaeius: qoae instar actionis obtinet
eS ist hier gerade soviel, wie wenn der Prätor eine eigene
actio direct gegeben hätte, tom. I. pag. H63. sieb auch I.
1. ß. 2. D. 46. 6, btt historische« wegen sehe man Laius
IV. §. 31.
$3) namentlich alles, was post accepütot jndieitia bis zur reS
judicata in Hinsicht auf de« S«ßa«d einer in Streit defa«.
genen Sache gesichert »erde« «mßte^ geschah durch die cautio

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