Full text: Volume (Bd. 3 (1839))

Vom Vertragssysteme bei den Römern. 167
nach der Petition bcurtheilten/ und die eigentliche Eorrea-
lität von der andern Solidarität durch die Petition/ die bei
der erstcren nach strictum jus und demnach ohne Exccption
in vollkommener ob- und subjektiven Einheit der obligatio
geschah/ sich unterschied — indem die andre Solidarität nach
dem Systeme der bona liste«, culpa, moraetc., also mit Rück-
sicht auf Modifiealion bei der Solution bestimmt wird/ wie
wir an einem andern Orte bereits weitläufiger gezeigt haben.
Nur das ist noch anzufiihrcn/ das; auch bet der weniger
strengen Solidarobligation der Schuldner definitiv frei wird/
wenn pro parte acceptilirt oder lis contestirt wird/ weil beide
aetus ohne Vorbehalt geschehen mußten^').
III.
lieber den Zweck und Umfang der stipulatio im römischen Rechte
oder zur i. 5. D, de V. O.
Der Zweck der stipulatio ist die Begründung einer voll-
wirksamen obligatio (obligatio civilis) nach den verschie-
densten Richtungen:
A. im freien Privat-Derkehr sowohl wie zur Erreichung
gewißer Folgen vor dem magistratus und justex.
V. um ein negotium, welches vorausgegangen war / zu
bestärken/ oder ohne vorauSgegangencS negotium.
C. um auf die einfachstcArr die obligatio cumulativeauf
Aridere actio und passiv auSzudehnen (adstipulatores, ad-
promissores).
v. um die Solidarität der obligatio auf das vollkom-
menste zu begründen (duo vel plures rei stipulandi et pro-
mittendi).
E. um die Aestimatio der obligatio von allen äußern Um-
ständen unabhängig zu machen (stipulatio duplae et poenae).
Die ausdrückliche wörtliche Erklärung/ welche überall
erfordert wurde/ die damit verbundene Bestimmtheit deS Ob-
jeetS/ die Leichtigkeit der RechtSverfolguug durch die actio
ex stipulatu geben Garantien/ welche/ vorausgesetzt/ daß
der promissor solvendo war / mchtS zu wünschen übrig

21) Für unsre Prozessualisten wichtig ist diese Lehre besonder- des-
halb/ weil sie nur im Hinblicke darauf ihre exceptio pla-
nam litis consortiam erklären können.

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