Full text: Volume (Bd. 3 (1839))

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Dom Vertragssysteme bei den Römern.

kurz: non tenetur, nec ad interrogatum est responsum.
In der Thal kann der stipulator ’) hier nicht alternative
klagen. Auch muß man, wie überall, wohl die stipulatio in
dando und in faciendo unterscheiden, denn nur bei der er-
stcrcn ist das Versprechen mehrerer Sachen nebeneinander et-
was Quantitatives, nicht aber bei der letzteren, weil cineS-
theils hier Untheilbarkeit in der Regel eintrit, und andcrn-
theils daö Mehr hier die Qualität deS Resultats verändert-
Hiernach ist auch die 1. 7 8- 1. 1). 4. 8 zu erklären, die von
den Glossatorcn her, Schwierigkeiten gemacht hat. Wenn
jemand mit einem Sklaven ein Compromiß übernommen hat,
so gilt e6 nicht, wenn der crsterc allein das Compromiß voll-
zieht, obgleich der Sklave gar nicht arbiter sein kann.
c) wenn die Sache mehrere qualitative Punkte umfaßt,
die in keiner Hinsicht als ein Mehr und Weniger nebenei-
nander aufgefaßt werden können, die aber unabhängig von-
einander sind, so daß gleichsam mehrere Stipulationen und
mehrere Obligationen cxistircn, wornach die eine ohne die
andere bestehen kann, nam si tot sunt stipulationes, quo
corpora sagt der Jurist, und deutet dadurch auf das Bestimm-
teste die Tbeilbarkeit der einzelnen Vertragspunkte und die
Unabhängigkeit des Einen von dem Andern an. Vorausge-
setzt wird somit vor Allem, der Zweck der Vereinbarung führe
nicht dahin, daß ein Punkt ohne den andern nicht bestehe,
waS am nächsten daraus folgt, daß der eine Punkt ohne den
Vollzug deS andern , nicht vollzogen werden kann. Sodann
ist zwar gewiß, daß die Gegenseitigkeit hier gar nicht in Be-'
tracht kömmt, weil die stipulatio immer nur eine einsei-
tige obligatio erzeugte, und daß ebendeßhalb, wenn die
stipulatio auf ein dare corpora ging, sich von selbst ver-
stand „tot sunt stipulationes, quot corpora“, d. h, daS
Versprechen deS dare hoc corpus et alterum et (ertlum
ist in der Thal ein dreifaches Versprechen: allein wenn ge-
zeigt werden kann, daß die stipulatiq auf alle einzelne Lei-
stungen zusammen, als Aequivalent eines einzigen BerhältnißeS
gerichtet war, so würde die Trennung schon durch die excep-
tio doli abgewendet werden können. Bei der stipulatio auf
y> L «3. §. 2. v. 4s. l.

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