Full text: Abhandlungen civilistischen und criminalistischen Inhalts (Bd. 3 (1839))

156 Dom DcrtragSfyAeme bei den Römern.
so cigcnthümlicheS Institut dcs römischen RechtS, daß cS
weder Vergleich noch Analogie mit neueren znr Sicherheit
der Verträge anfgelommenen Formen znläßt, und daß, weil
die römischen Juristen die allgemeinen Grundsätze über Obli-
galionen und Verträge gewöhnlich in die Lehre von der
verborum obligatio etnfließen ließen, recht genau daS zu
sichten bleibt, waS wirklich ein ohne verlmnirn obligatio an-
wendbarer allgemeiner Grundsatz ist. Und zu diesem Zwecke
wollen wir Betrachtungen über wichtige Stellen in dem Pan-
dcctenlitcl de V. U. anstcllen.
I.
Uebcr die Uebercinstimmung von Frage und Antwort — dabei von
dem oft mißverstandenen Satze: Utile per inutile non vitiatur
oder zur 1. 1. D. de V. O.
Daß die stipulatio sich immer mehr frei machte von den
formellen Banden, hängt mit der Gesammtentwickelung des
römischen RcchrS zusammen; denn anders war dies auch nicht
bei den Institutionsformeln des höre«*) und deS legatarius;
namentlich sollte auch in einer andern alS der lateinischen
Sprache stipulirt werden können , ferner nur eine Wortant-
wort im allgemeinen erfolgen, z. B. quidni, oder wie schon
dieGlosse sagt, pourquoi non, aber das Nicken war nie
genug, oder wie schon die Glosse sagt, daS inclinare caput ut
faciunt Lons-obardi* 4) u s. w; auS solchen Beziehungen hat
man dann selbst unter römischen Juristen den Scrupel auf-
gefaßt, ob die stipulatio nicht ein contractus piris gentium
geworden fey; allein CujaciuS hat bereits diese Frage hin-
länglich gekostet, indem er bemerkt, daß Nichts Anderes, alS
eine Erleichterung in der Form des Ausdrucks vorgegangen,
die Natur deS Instituts aber darin bestehend, daß eine daS
Object und die Intention der Partheien inklarenWorren
Z) Gajus II. K. 111.
4) ad 1. 1. D. de V. O. Hm §. 2. kommen folgende merkwür-
dige Worte vor. Non tantum autem civiliter sed nec natura-
liter obligatur, qui ita adnuit: et ideo recte dictum est, non
obligari pro eo nec fidejussorem quidem. Dieser Satz ffllttt
nun freilich nach deutschem Rechte nicht statkfinden, aber er
zeigt, daß bei den Römern eine pactio» welche nicht libera-
tori» war, gar keine Bedeutung hatte.

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