Full text: Abhandlungen civilistischen und criminalistischen Inhalts (Bd. 3 (1839))

8. I. Abhandlung. Vom Vertragssysteme bei den Römern

©ie Zeit ist so ferne nicht, wo stch da- Livilrecht ebenso
wie das Criminalreckt zu einem deutschen Nationalrechte
erheben wird, ohne daß die Duplicität seiner Quelle so viele
praktische Widersprüche herbeiführt, während der Gelehrte
noch wetthinauS, je fieißiger desto besser darauf aufmerksam
zu machen haben wird. In der doppelten Rücksicht — die
praktische Einheit und Harmonie mehr immer herzustellen,
und die Gründe der Entwickelung deS RechtS bet den Rö-
mern und Deutschen mehr immer aufzudccken, ist diese Ar-
beit unternommen worden.
I. Abhandlung.
Vom Vertragssysteme bei den Römern.
Wik halten UNS hier allein an daS Corpus juris. Ja
den Pandecten sieht wan bald, selbst schon aus der äußeren
Ordnung, daß die Obligationen prozessualisch d. h. auf dem
Gerichtswege sich bilderen. Die einzelnen Klagen Und folge-
weife die einzelnen Obligationen, entstanden durch die kor-
mutae; und die causa $ daS Mar gewöhnlich ei»
negotium. Von der Perfektion der obligatio hängt die
Klage ab, «nd daher ist im Einzelnen Alle- darauf gestellt,
und namentlich liegt darin der Unterschied der negotia,
quae re, «nd jener, quae consensu perSoiUntur. Soferne
bei jedem negotio der freie Wille die Grundlage der Ver-
bindlichkeit ist, so kann man.vom Vertrag spreche«, aber
an sich ist eben der Vertrag Nichts als die Erklärung des
WillenS in Beziehung zu einem Ander«, womit dieser zu-
frieden ist. Ob diese WilleNS. Erklärung ein juristisches
Objeet habe, ob die- hinlänglich bestimmt ist, sind wettere
Fragen, die entweder a«S der praestatio des Objectsjelbst
oder aus gewissen Zwecken «nd Absichten gelöst werde».
R»ßh1rt, LettsLriit «». III. Hefr 3. II

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