Full text: Volume (Bd. 3 (1839))

134 Beitrag jur ^khrc vom crimeo de residuis.
Falsum csl quidquid in verilale nun est sed pro voro
asseveratur; und I l. fl inian'6 u~): ȟiil aliud est fal-
sitas quam veritatis imutaliu; aus, sobald man nur de»
Ausdruck: veritas, nicht von einer in Gegenständen der
Empirie unmöglichen objektiven, sondern von einer subjektiven
Wahrheit versteht, diese subjeetive Wahrheit aber nicht nach
der Ueberzeugung eines einzelnen SubjeetS, sondern der Neber-
zeugung Aller (im Staate) bestimmt: wobei cs denn auch
nicht darauf ankommen kann, ob Alle wirklich überzeugt wer.
den, sondern nur darauf, ob sie rechtlich als überzeugt gelten
müssen, weil so wenig die Leichtgläubigkeit als die Zweifel-
sucht in Betracht kommen kann. Welche Gränze aber zwischen
Leichtgläubigkeit und Zweifelsucht bestehe, oder m. a. W.,
welche Gegenstände jedem als ein Merkmal einer gewissen
Wahrheit gelten müssen, das ist immer rein positiv, wie jede
empirische Wahrheit, und hängt non den Ansichten deS Volks
oder feiner Gesetzgebung (welche mit den Ansichten des Volks
übereinstimmend seun sollte und hier als denselben gleich,
geltend betrachtet werden darf) ab; weshalb den ungeachtet
jenes allgemeinen Begriffs vom Falsum, und unbeschadet des-
selben die einzelnen demselben angehöriqen Fälle immer positiv
bleiben uy In der Möglichkeit der Täuschung Aller zeigt
sich denn auch der Grund, aus welchem das Falsum als voll-
endet erscheint, sobald der gefälschte Gegenstand für andere
Personen, alS den Fälschenden selber, in's Daseyn getreten
ist, ohne daß eS einer Richtung gegen eine bestimmte Perton
bedarf, wenn sie auch vorhanden feyn kann, ohne den Cha-
rakter des falsi aufzuheben 114).

*1^) Nov. 73. pr,
»13) L. 8. C. h. t. (9. 22.). Insofern ist also der Ansicht von
Birnbaum im Archiv d Cnm. N. Neue Folge. Zabrg. >834.
G. 527: daß die Bestrafung des falsi, ohne daß eine Benach-
theiligung erreicht wird, in einzelnen Fällen obwaltenden po-
litischen Gründen zuzuschreiben, hier beizutreten, so wie in
den Fällen der not. 1. und 2.
,l4) Gewöhnlich wird zum Tbatbestande mebr gefordert. Dgl.;. B.
F e u e r b a ch a. a. £>. §. 4*4. CucumuS a. a. O.
S. 321—3*3.

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