Full text: Abhandlungen civilistischen und criminalistischen Inhalts (Bd. 3 (1839))

10 Hebet dir Bedeutung bet stricti juris U. bona# Int ei obligat. etc,
gung des einen oder andern naturgemäß in b. f. obligationibus
in Betracht kömmt: bei der wortfcstcn promissio^ bei der
Haftung der confidejussores. da diese ebenfalls «luo rei pro-
mittendi sind , sinder aber die strenge und unbedingte Haf-
tung jedes Einzelnen auf das Ganze statt: desgleichen beider
Haftung ex delicto. Der so lange schon gekannte Unterschied
der strengeren und weniger strengen Solidarobligation ruht
also in dem Unterschiede der obl. stricti juris und bonae
fidei. Nicht ganz Unrecht mag auch v. Schröter haben,
wenn er die Erleichterung ex epistola I). Hadriani auf dic
weniger strenge obl. beziehend auch in dieser Hinsicht einen
festbcstehendcn Unterschied der beiden Arten der Solidarob-
ligationen annimmr. Das Wesentliche des Unterschieds zwischen
der FidejussionS- und MandatorSobligation besteht ebenfalls
in dem Verhältnisse des strictum jus und der bona fides.
B. In objektiver Hinsicht tritt besonders das Wesen
der b. f. obligationes hervor , etwa in der Bedeutung, wie
die deutschen Naturrechtölchrer dcS vorigen Jahrhunderts
sich überhaupt die obligatio gedacht haben. Gültigkcit,
Umfang und Aufhebung stehen ganz anders wie bei den
alten stricti juris obligationes. In diesen, wie man na-
mcntlich noch in den verborum obligationes erkennt, sah
man nicht weiter, als auf das äußere Kennzeichen der Exi-
stenz — und verwarf, wenn diese äußere causa da war, nur
dasjenige, was an sich physisch unmöglich oder unter einer
solchen Bedingung versprochen oder contra jus publicum
et contra bonos mores war, denn eine reine Ethik war im-
merhin der Anker deS römischen RechtS, und die Stoa, die
sich hier zeigte, unterscheidet sich nur von der Gesittung deS
ChriftentdumS, daß jene ihren letzten Grund in der mensch-
lichen Stärke, diesem in der menschlichen Demuth und Un-
terordnung unter die göttliche Persönlichkeit sucht. Bei de»
b. f. obl. aber ging man viel weiter, was auch nur in con-
creto unredlich erschien, die Anwendung der Mittel physi-
scher oder psychologischer Gewalt, und überhaupt die offen-
bare Verletzung der freien Vertrags-Intention wirkte auf
die Gültigkeit der obligatio und zwar keineswegs wegen hö-
herer ethischer und politischer Rücksichten, sondern bloS, um
der Redlichkeit im Leben, und dem Mißbrauche deS guten

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