Full text: Abhandlungen civilistischen und criminalistischen Inhalts (Bd. 5 (1844))

9. Savigny's Pandecten

Savigny's Pandecteu.

§. 1.
Hugo hat die historische Manier als Methode vertheidigt,
Savigny stein das Leben übertragen.
Daß der Erste Recht hat, ist kein Zweifel, aber er hat
sich über den practischen Gebrauch des Rechts und über die
Anwendung der Dogmatik nirgends erklärt, und so war
kent Zweiten der neue Kreislauf geöffnet *). In dem vor-
liegenden Werke construirt er das Oorpus juris hauptsächlich
in der Art, um das Unanwendbare desselben hervorzuhe-
ben , und er hat für das Wissen unsres Tages gut gethan,
wenn er nur anerkennen will, daß die Zeit bald kommen wird,
wo die zur Wissenschaft gewordne Gesetzgebung das setzt le-
bende und sich fortentwickelnde Recht positiv gestalten muß.
Die Dogmatik zeigt sich so nothwendig im Rechte wie im
Glauben. Die Menschen, gerade die mit historischer Bildung,
sehen oft den Fortgang der Geschichte zu kurz an *): sie wollen
Nichts Neues auch aus gutem Grund; sondern die mühsamere
Erkenntniß des Bestehenden und Passenden; und dieses ist der
wohlthätige Geist aus Savigny's Bestrebungen: darin ist er
dogmatisch, und gewiß wird er mit üns einstimmen, wenn wir
Unsrer Zeit ist in der Theologie und Jurisprudenz die Auf-
gabe gestellt, das Dogma in die Historie zu begraben.
2) Zwar positiv und dogmatisch aber negativ.
3) Diejenige«, welche die Geschichte für gar nichts achten,
begehen den Fehler derjenigen, welche eine offene Parthie
gegen Savigny bilden.

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