Full text: Volume (Bd. 5 (1844))

lieber Cession und actiones Utiles. <59
feit processualischen Formen deßhalb abstreifte, weil wir einen
ganz andern Prozeß haben, wie die Römer, ist die Cession
theoretisch in unsre Systeme eingetragen worden, und zwar
Machst als Uebertragung der Rechte des Gläubiger, während
ffe noch besser als Uebertragung der Klagrechte selbst aufge-
und so der größte Theil der actione« utiles dahin ge-
macht wurde
Diejenigen actiones utiles nämlich, welche nicht als
actione« cessae gelten, sind nämlich nur formelle Fietionen,
wobei es jetzt an sich auf diese bloß formelle Geschichte
nicht ankömmt, z. B. der Curator ist einem judicium
Unterworfen, wenn es auch früher actio tutelae utilis hieß,
und diese Richtung der actione« utile« kann daher ganz über-
gangen werden.
Das Resultat unsrer Ausführung ist: die Cession ist kein
Mandat, die Cession ist nicht die Anwendung einzelner actio-
ne« utile«, die Cession ist ein eigenes Institut, wodurch Je-
wand in die Rechte andrer Gläubiger so eintritt, daß der
Schuldner auf keine Weise gefährdet wird: wobei natürlich so-
wohl gewisse objeetive Beschränkungen als einzelne andre Vor-
aussetzungen Lm Geiste positiver Rechtsentwickelungev wohl be-
achtet werden müssen. —

§. 19.
Warum steht in den Pandeeten die Lehre von der
cessio beider venditi«?
Die Cession ist nach der bisherigen Darstellung gewisser-
waßen eine Singularsuccessio geworden, welche die Vortheile
obligatio überträgt, und wobei die obligatio in ihrer
alten Gestalt bleibt, und eine Neuerung nicht vorgeht. Es
Bei der Cession wird auf dem Namen bei Cessionar die
Condemnatio» und Execution (in lehtrer Hinsicht die actio
judicati) vorgenommen. Wenn der Schuldner als Beklag-
ter einen procurator stellt/ so muß der Schuldner Caution
wegen der Execution machen/ dann wird die Condemnatio»
wohl auf den Procurator gerichtet/ die Execution geht aber
auf den Schuldner selbst/ wegen der Caution — also hier
findet auch in dem Prozesse keine Art von Ueberlassung
statt. Gajus IV. §. 87. Heffter ad Gomment. IV.
cap. XIX.

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