Full text: Volume (Bd. 5 (1844))

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lieber Cesston und »ottoues utile*.

bar für das Feld der prozessualischen Verfolgung und für das
Eintreten in die Rechte Andrer. Freilich sind die Wirkungen
verschieden nach dem juristischen Grunde und es ist sehr wich-
tig, die Aufrichtung der einzelnen Sätze im römischen Rechte
zu begreifen. Der Bürge kann die Rechte des Gläubigers ge-
gen den Schuldner richten, obgleich er selbst ein eigenes Recht
aus dem durch die Bürgschaft übernommenen Mandate hat.
So ist das gesetzliche Recht des Gläubigers durch den Code ihm
ausdrücklich gegeben, im römischen Rechte aber ist es durch eine
fteiwillige Cession bewilligt, aber auch jetzt ist es Cession, denn
Cession ist jetzt ein allgemeiner Begriff ausdrücklicher oder still-
schweigender Uebertragung in gewissen Grenzen geworden. Daß
man bei dem Eintreten oft auf die einzelne causa praece-
dens z. B. auf den Kauf sieht, thut eben so wenig zur Sache
als wenn man, soferne der Erbschaftskäufer die einzelnen Erb-
schaftsfoderungen utiliter einklagt, oder die ganze hereditas
selbst utiliter verfolgt, diesen in ganz gleicher Rücksicht einen
Cessionar der Erbschaft selbst nennt. Nur muß man nie
vergessen, daß die Cession in ihren Gründen keine allgemeine
Bedeutung hat, sondern überall eine ganz specielle Nachwei-
sung verlangt. Ebendaher kömmt cs, daß man weder in den
systematischen Werken der römischen Juristen, z. B. den Insti-
tutionen, noch in dm größeren practischen Werken, namentlich
in den Pandecten und im Codex einen festen Platz für die
Cession hatte, ja, daß man selbst sieht, der Begriff war noch
nicht vollkommen gestaltet, denn wenn man bei dem Kaufe
von der hereditas oder actio cessa spricht, so war es die
Vorstellung, daß der Kauf die gewöhnliche causa praece-
dens ist, weßhalb man ja auch heutzutage noch die heredi-
tas cessa als Erbschaftskauf abhandelt, während jede andre
causa auch bei der Cession der Erbschaftsklage überhaupt, und
der einzelnen Klagen daraus insbesondre dienlich ist. Die
Uebertragung der Erbschaft selbst ist nur eine zweite Conse-
quenz, bei den Römern deßhalb wichtiger, weil ftüher in der
hereditas eine Art von Sache — dem körperlichen complex-
us ähnlich lag, sofort aber immer noch die Richtung des Er-
ben als Person des Verstorbenen blieb.
In der neuesten Zeit, wo sich die Rechtswissenschaft als
Doetrin der Begriffe immer weiter entwickelt hat, und die al-

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