Full text: Volume (Bd. 5 (1844))

49

lieber Session und actio»«« «Ui«.
latione, obgleich die Jurisprudenz immer darauf geachtet hat,
und auch heutzutage darauf achten muß.
Unter den gesetzlichen oder nothwendigen Cessionsfällen ist
hauptsächlich derjenige, wo Niemand Schaden leidet, und nur
der Verpflichtete seine obligatio erfüllt. In der That trifft
hier das Princip der fingirten aetio cessa, und der actio
utilis, wie bei dem inodus zusammen. Im Einzelnen gehö-
ren hieher zunächst folgende Hauptfälle:
a) wo der Verpflichtete regreßmäßig haften mußte, und
also am beßten mit der Cession der Klage sich hilft. Hier
steht diese Cession frei, es läßt sich aber recht gut denken, daß
der Dritte auch ohne actio cessa, klagt,
fl) wo der Geschäftsführer die erworbene Federung ab-
treten muß, und daher der Dritte ohne weiters klagen kann,
7) wo gewisse Sachen als das gesetzliche Surrogat eines
Regresses anzusehen sind; so hat der b. fidei possessor,
der eine Sache bezahlt hat, unter Umständen eine actio utilis.
Ueberall lassen sich hier Grundlagen des fingirten Man-
dats denken, aber das Mandat gibt nicht das Recht, sondern
die vom Rechte hier angenommene Cession. —
§. 7.
Speeielle Darstellung von Mühlenbruch.
Zur Uebertragung eines Foderungsrechtes auf einen an-
dern Gläubiger bedurfte es in früherer Zeit eines besonderen
Geschäfts mit dem Schuldner, wodurch indessen die bisherige
Obligatio eigentlich aufhörte und eine neue begründet wurde.
Seitdem aber die Möglichkeit gerichtlicher Stellvertretung —
durch Procuratores und Cognitores — aufkam, wurde auf
diese Weise auch die einseitige Uebertragung von Foderungs-
rechten vermittelt.
Die Vermittelung geschah so:
1) Durch die litis contestatio mit dem Stellvertreter
wurde dieser nämlich dominus litis. Der dominus li-
tis, wenn er sich wegen des Regresses abgefunden hatte,
war Herr über die Federung. Bis zu der Litis »Con-
testatio war der Cedent der Herr und solange konnten auch aus
seiner Person Einreden gemacht werden, mit der Litis - Cvnte-
station aber wurde der Cessionar Herr, und die Einreden muß-
Rvßhirt, Zeitschrift. Dd. V. Heft 1. 4

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer