Volltext: Abhandlungen civilistischen und criminalistischen Inhalts (Bd. 5 (1844))

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lieber Eession und »cttones uciler.

an und für sich wäre dies ein Umweg, und die actiones
utiles sind iienixns furis interpretatione eingeführt worden.
I. 3. Ooä. 8. 55. Manche behaupten, die actio gegen den
Depositar von Seite des Dritten finde gewiß dann statt, wenn
der Deponens durch die gerichtliche Depositio liberirt sey, also
der Dritte den Deponens gar nicht belangen könne: allein die
Liberation würde nur dann Bedeutung haben, wenn der Dritte
von dem Deponens Solution verlangte; wenn er aber von
ihm nichts weiter als actionem cessam gegen den Depositar
verlangte, so würde der Deponens nicht gefährdet seyn.
Nun aber behaupten wir, daß auch diese Lehre wieder
mit der Lehre von derCession zusammentrifft"): wo näm-
lich der Dritte gleichsam cessionem lictam hat, kann er auch
gegen den Depositar und andre zur Lieferung Bethciligte klagen.
Daraus folgt, daß auch hier die actio utilis nicht auf
einer Singularität beruht, sondern auf dem ausgedehnten
Begriffe der Session.
§. 6.
Unmittelbarer und ausgedehnter Begriff der Ccssion.
Die Session ist ein Verhältniß, wo ein Andrer als der
ursprüngliche Gläubiger in die Stelle des Gläubigers zu dem
Schuldner auch ohne oder gegen des letzteren Willen tritt.
Sie ist ein eigenes Institut, denn sie unterscheidet sich von der
Delegation, von dem Mandat oder von der Assignation, sie
ist auch kein Surrogat eines andern Rechts, wie wenn z. B.
der Conductor die gemiethete Sache weiter vermiethet. Sie ist
die Ueberlassung der »ctio als eines eignen Vermögensrechts,
welches in der Regel nicht nur vererblich, sondern auch auf
die Concursgläubiger übergänglich ist, an einen Andern, wel-
cher die ursprüngliche Klage als »ctio utilis, jedoch so an-
stellen kann, daß der Schuldner dabei keinen Schaden leidet.
Sehr denkbar ist es, daß die actio utilis schon in der
früheren Zeit der Jurisprudenz als eine actio tictitia ange-
nommen worden, und keineswegs als eine Erscheinung der
späteren Billigkcitszcit, der »ctio in factum erscheint, wenn
auch die Ausdrücke gebraucht sind, benign» furis interpre-

i'i) Im ganzen sieht dieses auch Nüh le n bruch so an, §. io.

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