Full text: Volume (Bd. 5 (1844))

36 Don der bonorum possessio secundum tabulas.
§. 7.
Ebendaher sieht man, was der Prätor mit der b. pio se-
cundum tabulas wollte, d. h. solange sich an den Willen des
Testators halten, als möglich, nur in der höchsten Noch die
d. pio contra tabulas zu gebrauchen, und zwar nur zur Be-
günstigung derjenigen, welche auch ab intestato das unmittel-
barste und erste Privilegium hatten, und« liberi, die aber
das Jntestaterbrecht nicht gebrauchen konnten, solange ein Te-
stament überhaupt da war, welches civilrechtlich nicht
vernichtet ist. Auch der Prätor erkannte also dieTestaments-
erbfvlge in der b. pio contra und secundum tabulas an
— sowie die Jntestaterbfolge mit dem ordo unde liberi.
Die erste verhielt sich so zueinander, daß die b. pio se-
cundum tabulas die Regel und die b. pio contra tabulas
die Ausnahme war. Wenn auch der Prätvr die emancipati
ohne Rücksicht auf sein vollendetes System wie sui behandelt
hat, und die Grundsätze des Suitätsrecht auf sie anwendete, so
sieht man doch, wie allmählig nach dem Principe des Civil-
rechts Alles auch in der prätorischen Ordnung ineinandergriff;
und ohne daß man nöthig hat, besondre prozessualische Zwecke
des Besitzes und des Schutzes im Besitze und der Rcgulirung
der partes actoris et rei anzunehmen, obgleich auch dieses
dabei in Betracht gekommen seyn möchte.
§. 8.
©o wenig man oft in der neuesten Zeit die prätorische Wirk-
samkeit sorgsam erkannte, sowenig man einsah, daß der Prätor nur
am Systeme des Civilrechts fortarbeitete, einzelne Veränderungen
vornehmend, wie sie ja auch ohne Prätor die Gewohnheit der
Rechtsgelehrten, das sogenannte Juristenrecht, vornimmt: so
wenig hat man oft die Legislation der alten römischen Kaiser
beachtet, die in der neueren Vorstellung mehr Codificanten in
einzelnen Instituten, wie einfache Fortbilder seyn sollten.
Justinian soll in der ?iov. 115. das alteSuitäts- und
Jnofficiositätsrecht codificirt haben, was man übrigens erst in
unsrer zu Codificationen wie zu Fiebern geneigten Zeit annahm.
In der That hat Justinian Nichts gethan, als wie er selbst
und ausdrücklich sagt:
t) Enterbungsuxsachen festgesetzt,

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