Full text: Abhandlungen civilistischen und criminalistischen Inhalts (Bd. 5 (1844))

22. Ueber die Verwandlung einer obligatio civilis in eine naturalis

Ueber die Verwandlung einer obligatio
civilis in eine naturalis.

§. i.

Die Geschichte des jetzt in Deutschland geltenden Privatrechts
besteht in der Geschichte einer doppelten Nechtsbildung:
I. Das römische Recht ist recipirt, nicht in seinen Ein-
zelheiten, sondern in seinem ganzen Geiste: es handelt sich
daher davon, das römische Recht des sechsten Jahrhunderts zu
kennen, und zwar nicht nur in seinen Elementen, sondern auch
in seinem Detail, und in der Durchführung durch eine entspre-
chende Rechtsgcschichte. Den Beweis sowohl für die Elemente
als für das Detail, wie es im Edict und in den Schriften der
Rcchtsgclchrten dargcstellt ist, gewährt eine richtige Exegese,
wobei man natürlich auch die verschiedenen Schulmeinungen
und Controverse» der römischen Juristen selbst verstehen muß
Dieses ist der erste Th eil unsres Studii: die Analyse ge-
schieht durch dicKenntniß der 12 Tafeln, der einzelnen Io-es,
des prätorischcn Edicts, der Senatus - Consulte und der Arbei-
ten der Gelehrten: die Synthese ist gemacht durch die Schriften
der Juristen hauptsächlich von G ajus an bis auf Justini an.
Was d:c Neueren hier noch dazu thun ist verdienstlich»
namentlich über den Begriff der obligatio civilis et natura-
lis, über das striclmn jus und über die bona fides, über
die Nullität und Rescissio» u. s. w. — obgleich unire Meinung
dahin steht, daß alle diese Begriffe für unser Recht ohne Be-
deutung sind, weil wir keine natürliche Obligationen, wie sie
die Römer sich dachten, mehr haben, weil bei uns alle Rechts-

0 3- B- ob der Pupill, der sine tutore handelt/ gar nicht ob»
bljgirt iß/ oder nur „»turgliter obligirt iß-

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