Full text: Volume (Bd. 5 (1844))

18 EtreyclopLdie der Rechtswissenschaft.
fchast, die besser zusammengewachsen wäre aus römischem und
germanischem Recht, aus älteren und neueren Einrichtungen,
und die auch an sich dm Karakter des gerinanischen Lebens
besser darstellte, wie das Criminalrecht. Mit Recht können wir
sagen, noch in unsem Tagen bestehe die Vollendung der Rechts-
kenntniß in dem Studio des kanonischen Rechts, und der wahre
Rechtsgelehrte sey heutzutage noch kein andrer, wie der Doc-
tor juris utriusque, —
§. 18.
Fortsetzung.
Mit dem Studium des römischen und canonischm Rechts
sind auch heutzutage noch die Grundlagen unseres Rechts ge-
gebm. In ihnen liegt das System und die Geschichte des
Rechts.
Allein durch die Entwickelung der deutschen Geschichte ist
zu dieser Theorie, die Praxis, d. h. die Einrichtung unsrer
Staaten und unseres Rechts gekommen.
Der Germanist gehört unsrer Praxis an, der Germanist
ist der moderne Jurist, welcher nur von der theoretischen Rich-
tung unsrer Wissenschaft das Wesmtliche nicht übersehen darf.
Der Germanist führt neue Materialien herbei, gibt den all-
gemeinm Zustand unsrer Zeit, und überläßt dem Juristen, seine
Materialien in das System der Jurisprudenz zu bringen. Es
gibt nur eine Jurisprudenz, sie ist die des römischen Rechts :
natürlich müssm manche Materialien des corpus juris wei-
chm gegen den Zustand der neueren Zeit.
Die deutsche Geschichte ist der Anker, woran sich die neuere
materielle Bildung anschließt: wie man das Einzelne ausfüh-
rm will, ist ziemlich gleichgültig. Die Germanistm haben kein
System, denn die Ansichten des Sachsen- und Schwabenspie-
gels, soweit sie die Grundlage eines Systems bilden konnten,
sind uutergegangen, wenigstens für das Privatrecht; doch ist es
gut, sie zu kennm.
Das Staatsrecht in der Vereinigung mit dem Kirchenrecht:
die Staatsordnung als Polizey oder das Recht der höchsten
Staatsgewalt im Innem, muß fteilich eigmthümlich dargestellt
und begründet werden

16) Sehr merkwürdig ist das Studium des FinanzrechtS, denn

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