Full text: Abhandlungen civilistischen und criminalistischen Inhalts (Bd. 5 (1844))

WS lieber die Einsetzung der sogenannten juristischen Personen,
cientes anführten, keineswegs aber in hie Geschichte des Mit-
telalters eindrangen .
Also zur Sache.

§.8.
ad 1. Die Argumente, welche Mühlenbruch gegen
uns stellt, sind:
a) Daß eine Stiftung nicht auf natürlichem Wege eine ju-
ristische Person sepn könne, dürfe nicht angenommen werden,
denn Alles hängt hier von der Fiction, d. h. von dem privi-
legio legis ab, und diese könne eine Stiftung so gut haben,
wie eine Zunft. Aber natürlich die Stiftung müsse sie d. h.
die Genehmigung so gut haben wie eine Zunft,
b) ein allgemeines Privilegium aber ftp nur den Wohl-
thätigkeitsanstalten dadurch gegeben, daß sie unter die Kirche
gestellt worden wären, nicht andren Stiftungen.
Wir könnten das erste Argument umgehen, wenn wir uns
blos auf das zweite einließen, und darthun würden, daß jedes
literarische und artistische Institut wie eine Wohlthätigkeitsanstalt
zu behandeln ist. Daher nur ein paar Worte über das erste
Argument.
Eine Stiftung ist auf natürlichem Wege keine fingirte Per-
son, denn hierzu wird verlangt:
refertur ad universos, quod publiee Lt per majo-
rem partem **).
Eine Stiftung weißt nicht auf eine Anzahl von Menschen hin,
sondern ist nichts als eine fabrica, als ein complexus rerum,
als eine universitas rerum, die zu einem bestimmten guten
Zwecke, ad piarn causam verwendet werden soll. Das Ein-
zige hat sie mit der universitas hominum gemein, daß die
Verwendung aus den Renten geschieht, und beide bleibend
sind. Daher auch ihr zufälliges Aneinanderschließen. Die Per-
sönlichkeit gründet sich auf einem Urrechte d. h. eben die Person
und ihre rechtlich bleibende Existenz ist das Urrecht in der
menschlichen Ordnung: alle andren Rechte, also das ganze Pri-

24) Bei Linde Zeitschr. X. Bd. S. 94.
25) I. 160. §. 1. D, de regul. jur.

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