Full text: Abhandlungen civilistischen und criminalistischen Inhalts (Bd. 5 (1844))

848 lieber di« Einsetzung der sogenannten juristischen Personen,
nämlich wurde ein municipium oder ein Tempel bedacht 10),
jetzt aber wird die Stiftung nach ihrem eigenen Zwecke hervor-
gehoben, und nur dadurch selbstständig gemacht, indem ihr spe-
cieller Zweck und der Ort, wo sie etablirt werden soll, gehörig
angegeben wird.

K. 7.
Zunächst kömmt es nun darauf an, dir Gründe zu wider-
legen, welche in der neuesten Zeit Mühlenbruch und p.
Savigny gegen unsre Ansicht vorgebracht haben, Nur der
erste ist genau auf die Sache eingegangen, der andre aber hat
sich so ausgedrückt:
II. S. 271. Es sey ein Mißverständniß neuerer Zeit
(auf unsre Schrift verweisend), die Stiftungen als res
ecclesiasticae darzustellen, vielmehr stünden die Stiftun-
gen nur unter dem Schutze der Kirche und hätten die Rechte
des Kirchenvermögens.
Hat denn der Verfasser dieses Aufsatzes etwas anders be-
hauptet?
II. S. 309. Das kanonische Recht hat diese günstigen
Bestimmungen der christlichen Kaiser nicht blos bestättigt,
sondern noch auf mancherlei Weise erweitert,
worin? wird, nicht gejagt, auch nicht ob eine Stiftung nach
kanonischem Rechte eingesetzt werden könne").
Wir können daher die Savigny'sche Ansicht auf sich be-
ruhen lassen und wenden MS zu Mühlenbruch.

20) DermögenSperwendungen für gemeinnützige Zwecke, inheson-
dre zum Besten städtischer Commune» waren im römischen
Rechte sehr gewöhnlich (steh die Stellen in der Note 4t,
bei Mühlenbruch 39. Band und Dirkfen Abhandl.
S. 135 ff. — und im Interesse der Gesetzgebung liegt eS,
fie nicht zu erschweren. Dasselbe Princip ist daher auch auf
alle Stiftungen anzuwendeu.
21) Auch dies ist H. S. 267. unrichtig, wenn «s auch theilweise
J. H, Böhmer behauptet, daß die parochiam das EigeN-
thum an ihrer Kirche hätten, vielmehr ist die Kirche eine
ganz andre Perfon, als die »niversitas parochiaaorum, was
schon aus den bekannten Grundsätzen über die kirchliche Bau-
last hervorgeht.

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