Full text: Volume (Bd. 5 (1844))

846 lieber die Einsetzung der sogenannten juristischen Personen,
der Stiftung für unsre Welt vorerst vernichtet, und dar-
auf befohlen worden wäre, daß jeder der etwas zu guten Zwecken
für die Menschheit thun wolle, sich dem arbitrio des Staats
oder einer Stadt unterwerfen müsseDamit aber würde
man Nichts erreicht haben, als die despotische und unsinnige
Vernichtung des ganzen Begriffs der Stiftung selbst, denn so
hätte Niemand gestiftet und würde Niemand stiften.
Selbst die maaßlosesten neuen Gesetzeinrichtungen z. B. der
Code im Art. 937. wollen nur, daß der Staat von der Stif-
tung Kenntniß erhalte, und daß eine Zustimmung de» Staates
eintrete, sie verlangen.aber nicht, daß eine Stiftung erst zur
Person erhoben werden müsse, oder gar eine persona incerta
sep. —

§. 6.
Die Stiftung ist eine deßhalb erbfähige Person, weil es
die' Kirche ist, in Beziehung auf welche die Stiftung zu einem
erbfähigen Rechtssubjecte geworden ist.
«I. Allerdings waren es zuerst die dornus religiosae,
xenodochia, coemeteria, sepulturae, welche als Kirchen-
sachen und dadurch als erbfähige Subjecte angesehen wurden.
Nicht nur der Codex Justinianeus ist davon erfüllt, als auch
die Decretalen, welche einen eignen Titelnde religiosis do-
mibus haben. III. 36. Niemand bezweifelt, daß die Erb-
fähigkeit hier eintrete
II. Unterrichtsanstalten und Wohlthätigkeiten für künstle-
rische. Bildung find wohl in den Decretalen Gregors IX.
und den nachfolgenden so wenig begriffen, wie im Corp. jur.
Just. — dort nicht, weil das dunkle Mittelalter solche Anstal-
ten nicht hatte, sondern diese erst vom zwölften Jahrhunderte
an durch päbstliche Einwirkung und Bestätigung begründet wur-

17) Auch daran hat das cananische Recht gedacht, davon weiter
unten.
18) Lancelottus, Instit. jur. can, lib. II, tit. 17, 23.
Manche Canonisten hielten sich daher auch all diesen ganz
engen Begriff der pi» causa, z.B. die Lexicographen, z B.
Ferraris, Mü ller, weil solchen Arbeite» eine zusam-
menhängende gelehrte Forschung nicht vorausgeht.

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer