Full text: Volume (Bd. 5 (1844))

28t Ueber Jr'rthum, Betrug und Zwang.
successor, sondern nur ein procurator, und muß deshalb
alle Einreden sich gefallen lassen, die den Cedenten treffen, so
daß auch hier auf den Unterschied der causa onerosa et lu-
crativa Nichts ankömmt. Also auch der Cessionar, welcher
onerose die Federung erworben hat, muß für den dolus des
Cedenten stehen, weil er kein Erwerber ist *').
Was hier von ber traditio und von der Erwerbung ge-
sagt ist, muß auch von andern Verträgen gelten, wodurch ding-
liche Rechte übertragen und erworben werden. ,
B. Was nun die andren Verträge betrifft im Gegensätze
der Schenkungen, so haben die Römer zwischen den contrac-
tus stricti juris und bonae fidei unterschieden. Bei den
Verträgen der,ersten Art, wo es blos auf den Rechtsgegen-
stand ankam, und wo nach dem Rechtsgrunde gar nicht gefragt
wurde, da hat man auf metus und dolus nicht geachtet, bis
erst später der Prätor bei bespndren Umständen die exceptio
in die formula gab, oder der dolus schon in der Stipulation
selbst als ein eigener Vertragsgegenstand erklärt wurde (clau-
sula doli).
Ohne diese Richtung galt der sehr unnatürliche aber con-
sequente Satz , da man auf den Rechtsgrund nicht sehen sollte:
quamvis, si liberum esset, noluissem, tamen coac-
tus volui.
Aber nicht blos Verträge gehören hieher, sondern auch gesta,
welche in vielen Dingen den contractus gleichgehalten
werden.
l. 2». D. de V. S.
Verba, contraxerunt, gesserunt non perti-
nent ad testandi jus.
Die Erbantretung gehört nämlich nicht zu dem jus te-
standi, sondern sie ist eine gestio.
1. 21. §. 5. D. 4. 2.
Si metu coactus adii hereditatem: puto me heredem
effici, quia, quamvis si liberum esset, noluissem,

31) Franke tm XVIII. Bande des Archivs für Civilpraxis-
Die Gestattung einer actio utilis ist nur ein Institut in
Beziehung auf den Cedenten nicht auf den. census. Meine
Zeitschrift V. Bd. 1 Heft.

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