Full text: Volume (Bd. 5 (1844))

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lieber Jrrthum, Betrug und Zwang.
I. 14. A- 1 D. eod.
Quadruplabitur autem omne, quodcunque restitui
oportuit. Satis clementer cum reo Praetor egit,
ut daret ei restituendi facultatem, si vult poenam
evitare. Post annum vero in simplum actionem
pollicetur: sed non semper, sed causa cognita.
Diese Stelle zeigt deutlich an, daß die Restitution der
Sache nur eine Wohlthat für den Angeklagten ist, indem ei-
gentlich die Klage auf etwas ganz Anderes geht als auf die
Sache. Die Entschädigung ist die Hauptsache, und zwar im
vierfachen Maaßstabe, jedoch ist die Klage als Strafklage an
das Jahr gebunden, und ob nach dem Jahre noch eine Ent-
schädigung auf das Einfache eintreten soll, hängt von dem ar-
bitrio des Prätors ab.
Was endlich die actio doli insbesondre'angeht, so ist
wichtig, daß dem Erwerber die exceptio doli, die gegen den
auctor stattfindet, nicht gemacht werden kann, denn die Grund-
sätze der cessio, die sich nur auf Obligationen und unmittel-
bare Klagansprüche beziehen, treten nicht ein, wo ein mittel-
bares Verhältniß statthat. Der dolus geht also nur auf Ent-
schädigung gegen den auctor, keineswegs auf Haftung gegen
den Besitzer.
1. 4. 8- 29. D. de doli exccpt. 44, 4.
die Horte:
Aliud autem est emere aliud ex his causis (lucra-
tivis) succedere
deutet keinen Gegensatz an, sondern zeigt nur, daß auch der
Erwerber ex causa lucrativa, wenn er auch kein entgeltli-
cher Erwerber, kein emtor ist, doch als ein wirklicher Erwer-
ber, als ein successor angesehen wird.
Die Sueeessoren aber als solche haften nicht, sondern
nur diejenigen, die obligatorisch zur Entschädigung verbunden
sind.
So sind die Stellen in dem Titel de doli except. 8 29.
der 1. 4. zu erklären, die nur anzeigen, daß die exceptio
doli keine exceptio in rem in der Art ist, daß der neue Ei-
genthümer, welcher selbst nicht Betrüger ist, für den Betrug
seines auctor haften müsse. Ebensowenig ist diese Stelle auf
die Cessionslehre zu beziehen, denn der Cessionar ist gar kein
Roßhtrt, Zeitschrift. Bd. V. Heft 3. 16

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