Full text: Volume (Bd. 5 (1844))

210 Ucber Jrrthum, Betrug und Zwang.
mern ausgenommen worden ist, in welcher Richtung er freilich
bei uns nicht mehr vorkömmt, wie wir später zeigen werden.
§. 3.
Fortsetzung.
Wenn es nun eine actio de dolo gibt, nicht nur
1) auf Naturalrestitution, d. h. auf einfache Rescission des
Geschäfts, sondern auch
2) auf Schadensersatz und zwar nicht blos mit der Con-
tractsklage sondern auch mit der eignen actio de dolo gegen
einen Dritten, da die Restitution nicht stattfindet, soferne der
Dritte der dolosus ist,
so wird doch immer verlangt, daß der dolas nicht auf Neben-
punkte gehe, sondern einen Einfluß auf das Hauptgeschäft selbst
habe. Die Glossatoren haben bei der Erklärung der I. 7. pr.
V. h. t. daraus einen dolus causam dan» oder principa-
lis gemacht, obgleich die Stelle im allgemeinen darauf gar nicht
geht; allein daß der Richter auf die innere Natur des dolus
zu sehen hat, ist nicht zu bezweifeln, und foaöNoodt in sei-
nem bekannten Buche de korma emendandi doli mali dage-
gen vorbringt, ist mehr Wortstreit als Sachstreit. Wenn nun
die Intention der Partheien selbst untersucht werden muß, um
die Bedeutung des Betrugs zu erkennen , so ist die Sache leich-
ter bei dem metus. Man kann nämlich hier annehmen, daß
jeder Zwang, welcher den andern wirklich bestimmt, ein wirk-
samer ist, und daß folglich, wenn der Betheiligte auf einen
ernstlichen Zwang sich beruft, schon in der Ernstlichkeit der
Sache das Moment liegt, welches den Richter zur Anullirung
bestimmt. Auf das Wort causam dans kömmt also bei dem
metus gar Nichts an. Man sieht dieses aus folgenden Stellen:
1. 1. D. 4. 2.
Ait Praetor, quod metas causa gestum erit, ratum
non habebo, Olim ita edicebatur, quod vi metusve
causa, sed postea detracta est vis mentio, quia quod
vi atroci fit, id metu quoque fieri videatur.
1. 5. I). eod.
Metum accipiendum Labeo dicit non quemlibet ti-
morem sed majoris malitatis.

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